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Das Thema ist Teil einer Themenreihe “Balance in der neuen Berufsausbildung für Bühnentänzer”. Seit September 2009 kann man TänzerIn werden im Rahmen einer eidgenössich anerkannten Berufsausbildung. Der Berufsschulunterricht für die zukünftigen TänzerInnen enthält bisher kein Fach bzw. Kursangebot zum Thema “Gesundheit”. Das Modul, das ich als sinnvoll betrachte umfasst die Themen:

  • Ernährung,
  • Zeitmanagement,
  • Umgang mit den Anforderungen im Training und bei Aufführungen: Zwischen Herausforderung und Leistungsdruck
  • Schlaf und Entspannung
  • Tanz und soziale Beziehungen

und lässt sich auch im Rahmen des Freizeit-Angebots im Internat durchführen. Als erstes Thema bietet sich das Thema Ernährung an.

Um eine geführte Internetrecherche anzuleiten gehe ich nach dem in Murbach, s. 98  beschriebenen Weg vor. Die Software von Freemind ist leicht zu handhaben, wenn ich meine Gestaltungsansprüche etwas runterschraube. Mein Thema habe ich nach der ersten eigenen Recherche

skizziert, der nächste Schritt ist es jetzt, die Links einzufügen. Offen ist für mich noch, wie ich meine MM exportieren kann, da ich bei dem Versuch, sie als html. zu exportieren nur eine simple Liste erhalten habe. Als jpeg kann ich sie zwar hier in den Blog einfügen, aber die links lassen sich dann ja nicht anklicken.

Vorspann/Rückschau: Einsatz von Computer und Internet beim Lernen.

Am Anfang meiner Beschäftigung mit diesem Thema stand die IKT-Woche bei Max im Herbst 2007. leztes und dieses Jahr haben wir uns dann bei Max in der Berufspädagogik mit den Möglichkeiten des Web 2.0 beschäftigt und nun habe ich dieses Jahr das IKT-Modul belegt, das ich die letzten beiden Jahre wegen Terminüberschneidungen nicht belegen konnte.

Als ich im Oktober 2007 den Studiengang an der PH Kreuzlingen angefangen habe, war im IKT-BUA, den ich bei Max belegte, Vieles für mich sehr neu. Mir wurde schnell klar, dass das Erlernen von IKT-Fähigkeiten, die uns Max vermitteln wollte,  von mir forderte, mich in dieser IKT- Welt zu bewegen, auch in Bereichen aktiv zu werden, denen ich mich ohne die  Module an der PH nicht oder noch nicht zugewendet hätte. IKT  war kein Stoff, den ich ohne Veränderung meines Alltagslebens erlernen konnte.

Gesellschaftliche Veränderungenim Umgang mit Computer und Internet

Wenn ich nun zurückschaue zu diesem Anfang, so stelle ich fest, dass sich meine Arbeits- und Lesegewohnheiten verändert haben. Das ist nun aber nicht alleine durch das IKT-Modul bei Max geschehen. In den letzten beiden Jahren hat sich der allgemeine Gebrauch von Computern und Internet nochmals deutlich verändert. (Dazu hat nicht zuletzt Obama’s Wahlkampf beigetragen). Die kulturellen Veränderungen, die durch die Möglichkeiten von Computer und Internet angeschoben werden, geschehen schnell und greifen weltweit. Jede und jeder muss sich diesem Trend anschliessen, ob er/sie will oder nicht.)

Veränderungen bei der Nutzung des Internets in der Alltagskultur

Vor zwei Jahren waren die Online-Dienste der Zeitungen im deutschsprachigen Raum noch eher wenig benutzte Dienstleistungen, heute gewinnen diese Seiten ( z.B. Spiegel online) auch eine gewisse journalistische Eigenständigkeit. Nach Fernsehsendungen wird inzwischen oft auf die Möglichkeit hingewiesen, im Online-chat weiter zu diskutieren oder Informationen zu erhalten.

War vor zwei Jahren zwar die Idee schon bekannt, dass man Bücher ja auch auf einem elektronischen Lesegerät lesen könnte, so gab es dieses Jahr bei der Frankfurter Buchmesse E-books zum Ausprobieren, inzwischen zwar noch teuer aber mit ca.€ 300,-  preislich im Bereich des Möglichen. Das Buch, das diees Jahr den Literatur-Nobelpreis gewann und das als Gratis-Download herunterladbar war, wurde so oft angeklickt, dass der Server zusammenbrach. ( Die Atemschaukel) Zudem wurde auf der Buchmesse auch deutlich, dass die Bereiche Internet und Handy zusammen wachsen. So gab es dieses Jahr z.B. speziell für das Handy geschriebene Kurzgeschichten.

Zwar wirkt der Einsatz von Web 2.0 manchmal noch holprig, so z.B. beim letzten Wahlkampf in Deutschland, bei dem die Interaktivität noch nicht wirklich gegriffen hat, aber die Deutschen ( und die Schweizer) wissen jetzt schon mal was ein Blog ist, was Twitter ist und es gehört inzwischen zur Allgemeinbildung, über diese Möglichkeiten Bescheid zu wissen. Ich hatte in diesen zwei Jahren durch das Studium an der PH zusätzlich Motivation, diese Entwicklung zu beobachten und mich aktiv daran zu beteiligen.

Was hat sich nun in meinem Alltag und meinen Lern-Lese- und Schreib-Gewohnheiten geändert?

  • Wenn ich heute einen Text schreibe, dann möchte ich die Möglichkeit des schnellen Verweises auf ein damit verbundenes Thema nicht mehr missen. Der Einbezug von Internet-Quellen erfolgte vor wenigen Jahren noch in der Art wie man es mit Büchern und Zeitschriftenartikeln gemacht hatte. Wissen aus dem Internet wurde zitiert,  so wie man ein Buch zitiert hat. Durch die Möglichkeiten des Internet ist aber eine neue Möglichkeit des Schreibens entstanden. Was z.B. bei Wikipedia entsteht, ist ein vernetztes Stück Wissen. Ein Artikel enthält Text, Bilder, Querverweise, die direkt angeklickt werden können, links zu Videos, die man dazu anschauen kann. Musik oder gesprochene Sprache kann dazu eingespielt werden, wie im Rundfunk.
  • Zu Beginn meiner Beschäftigung  mit dem Internet war diese Funktion des Verlinkens eines Textes meiner Konzentration eher abträglich. Es brauchte Übung, mit den verschiedenen Möglichkeiten des Verweisens auf andere Inhalte umzugehen. Man kann mit den Möglichkeiten des Internet Ideen also nicht mehr nur – wie früher – mit Text ausdrücken oder mit zusätzlichen Illustrationen, sondern man hat alle medialen Möglichkeiten zur Verfügung und kann auswählen, welche man davon nutzen möchte. Bei der Wissensvermittelung bzw. beim Herstellen von Lernlandschaften sind das einfach tolle Möglichkeiten.
  • Ich bin gespannt darauf, wie Bücher in Zukunft geschrieben werden. Es ist anzunehmen, dass Autoren beginnen, spezielle Veröffentlichungen für E-books zu schreiben, da man hier  ja immer die Möglichkeiten der Internetnutzung voraussetzen kann. Wird es Bücher geben, die – wie ein Blog  oder ein Wiki- ganz unterschiedliche Medien einbinden? Wie wäre das z.B. wenn bei Treichels 180px-Hans-Ulrich_Treichel_2008_(aka)( hier im Bild)  Buch “derTristan-Akkord”, Wagners Musik .B. im Hintergrund laufen würde, oder jedes mal, wenn im Text der Akkord erwähnt wird, Wagners Tristan-Akkord erklingt?
  • Die Art des Recherchierens hat sich verändert. Inzwischen schaue ich auch bei Wissensthemen mal bei you-tube nach. Ein interessanter Vortrag zu dem Thema oder ein Film dazu ist in der Regel leicht zu finden.  Literatur zu einem Thema lässt sich mit wenigen Klicks finden, es ist kein stundenlanges Suchen in der Bibliothek mehr notwendig und die gefundenen Artikel und Bücher sind aktuell.
  • Und auch beim Schreiben werden sich diese veränderten Möglichkeiten durchsetzen, das scheint mir wahrscheinlich.
  • Die interaktive Nutzung des Webs mit Wikis und Blogs wurdefür mich in den zwei Jahren durch die Benutzung vertrauter. Gleichzeitig begann die Kluft zu wachsen zu Leuten in meiner Umgebung, denen diese Welt fremd ist. Der unterschiedliche Umgang mit den Möglichkeiten des Internet ist Teil einer persönlichen Lebensphilospie bei den Menschen in meiner Umgebung. Benutzt man die Möglichkeiten des Mediums Internet, wird man einer Gruppe zugeordnet “die so etwas macht”. Emotionale Haltungen für oder gegen die Nutzung der Möglichkeiten im Web 2.0 erschweren meiner Erfahrung nach in Teams die Anwendung der oft wirklich sehr praktischen und begeisternden Möglichkeiten. Schlage ich bei KollegInnen den Gebrauch einer Internetmöglichkeit vor, die ihnen fremd ist, dann habe ich mit den emotionalen Widerständen und den privaten Zuordnungen zu tun, nicht in erster Linie mit dem sachlichen Vorschlag und ihrer Reaktion darauf. Das erschwert die Umsetzung solcher Vorschläge in Teams mit sehr heterogenen Haltungen und Nutzungsgewohnheiten  in Bezug auf den Umgang mit dem Web.
  • Bei der Arbeit mit SchülerInnen bin ich auf ebenfalls sehr heterogenen Umgang mit dem Internet gestossen. Auch waren die technischen Voraussetzungen noch nicht durchgängig vorhanden für eine solche Nutzung.
  • Ich möchte in Zukunft vermehrt mit dem Internet im Unterricht arbeiten, da ich sicher bin, dass es die Lernform der Zukunft ist.

Mein Lernziel für dieses Modul

  • Daher ist das Erstellen von interaktiven Lernjobs im Internet mein Thema für dieses Modul. Ich möchte Lerneinheiten für den Bereich Pädagogik und für den Bereich Psychologie zusammenstellen, die im Unterricht in der Sekundartufe 2 anwendbar sind.

People2

Tja, nun ist der Blog für dieses Semester fast abgeschlossen, fehlt noch das Hochladen der Auswertung, bei der mir ein Lapsus passiert ist. Das falsche Dokument war da hochgeladen. :( Jetzt steht dort der richtige Inhalt.)

Vor unserer Fahrt nach Zug schreibe ich hier mal meine Vorüberlegungen auf.M

Mich interessiert die Fage, wie die TeilnehmerInnen unseres BP-Kurses sich das BP-Modul wünschen würden, wenn wir mit dem Wissen von jetzt nochmal am Beginn der Veranstaltung wären. Also statt Blick zurück aus der Zukunft einen Rückblick in die Zukunft. Wie ich das meine, hört ihr, wenn ihr den Tiel anklickt. Wie ich eine Audiodatei bearbeiten und hochladen kann, musste ich doch nochmal anschauen. Mit audacity und  audiyou geht das ganz leicht und scheint mir auch seriös. ( am 21. Juni abgehört, war der Beitrag dann ganz leise, tja, die Technik..ein weiterer Schrecken am 26. Juni. Nun ist die Sache noch leiser geworden. Wie kann das denn sein? Man kann es nur noch mit Kopfhörern verstehen..) Bei der Sucherei hab ich nebenbei eine schöne Anleitung gefunden, wie man ein Wiki einrichtet :) und natürlich gibt es auch für wordpress schöne Anleitungen :) last, but not least. Eine gute Seite für Lehrkräfte online hab ich beim Such-Surfen auch noch gefunden.

Das kaufmännische Bildungszentrum Zug

Diese Portal finde ich klar und übersichtlich und macht Lust, sich umzusehen.

Meine Eindrücke vom Besuch:

So wie das Portal wirkte, so wirkte die ganze Schule auf mich: Klar übersichtlich, kundenorientiert, sowohl die SchülerInnen  als auch uns betreffend. Wir erhielten von Fau Fuchs eine Einführung in die Schule, genau, wie sie meinen Vorstellungen entsprach. Wir konnten genau die Fragen stellen, die uns interessierten und erhielten Antworten auf alle Fragen. Meine Eindrücke über Architektur und Unterrichtsgestaltung zusammengefasst: Alle Übegänge von Konzentration zu Kommunikation, die man sich für ein optimales Unterrichten und Lernen vorstellen kann, sind hier auf gelungene Weise ermöglicht.

Die Architektur

Die Klassenzimmer sind konsequent auf einer Seite angelegt, davor sind breite Korridore, die noch einmal so viel Raum bieten wie in den Klassenzimmern selbst vorhanden ist. Ausserhalb des Raumes gibt es zum Flur hin eine optische und gleichzeitig praktische Abtrennung durch eine Regalwand, die etwa brusthoch ist. Hier können Sachen abgestellt werden. Im Raum vor den Klassenzimmern sind Computerarbeitsplätze eingerichtet und der Platz kann flexibel genutzt werden für Arbeitsgruppen. Es bestehen zudem Räume, die für Arbeitsgruppen freigehalten sind. Die ganze Anlage wirkt offen, grosszügig und klar.

Ich wünsche mir, dass solche gelungenen Schulprojekte vor Bau von neuen Schulanlagen von Architekten und auch den Schulplanern selbst besucht werden sollten.

Die Lernlandschaften

Die Lernlandschaften, ( ausgedruckte Versionen, der Online-Dateien) in die wir reinschauen konnten, ermöglichen ein hohes Mass an strukturierter inhaltlicher Planung, bietet durch die Meilensteinprüfungen Quervergleiche zwischen einzelnen Klassen mit unterschiedlichen Lehrkräften und gewährleistet dadurch gleichzeitig ein hohes Mass an fairem Beurteilen. Und offenbar besteht trotzdem genügend Freiraum für Lehrkräfte, den Rahmen zu verlassen und in grösseren Zeiteinheiten zu arbeiten als dies in den Lernlandschaften vorgesehen ist. Das erläuterte uns eine Lehrkraft, bei der wir hospitieren konnten. Er zeigte uns, dass viele der vorgesehenen Sequenzen in Form von 10-20 Minuten-Einheiten vorgesehen sind und meinte, er bevorzuge grössere Lernabschnitte. Da aber der Umgang damit jeder Lehkraft flexibel möglich ist, stört das offenbar nicht.

Schulentwicklung

Wie uns Frau Fuchs berichtete, ist etwa ein Drittel ihres Pensums für Schulentwicklung vorgesehen. Sie betonte, dass eine andere Person die Stundenpläne macht, so dass hier keine Denkblockaden organisatorischer Art die Schulentwicklungsgedanken stören. Das sieht sie als grossen Vorteil, was nachvollziehbar ist. Die Entwicklung an dieser Schule läuft nun schon seit vielen Jahren ( ich glaube, es waren 10) In dieser Zeit hat eine intensive Arbeit mit dem Kollegium stattgefunden, das immerhin inzwischen aus 100 MitarbeiterInnen besteht.

Mein Fazit: die Vision an den Anfang

im nächsten BP-Modul diesen Besuch unbedingt  im ersten Monat machen und dazu eine Schule besuchen, in der traditionell unterrichtet wird. Dann wird klar, welche Qualifikationen es für solche Unterrichtsformen braucht und jeder kann sich seine Lernziele formulieren.

(Die selbständige Arbeit in BP-Modul braucht meines Erachtens am Anfang die Vision auf gelungenen Unterricht und die Frage, was davon bei den  unterrichtenden Lehrkräften schon realisiert ist ).

Fahrt nach Zug

Max gab noch einige Informationen zum geplanten Tag in Zug. Die Informationen sind auf Moodle zu finden.

Präsentationen zu den Fallstudien

Danach hatten wir noch Zeit, um die Präsentationen vorzubereiten. Nadja und Martin führten uns in die Berufswelt der Hotelfachfrau bzw. des Hotelfachmanns ein und zeigten uns ihre Ideen dazu, wie ein Lernportal aussehen könnte für den Bereich Ausbildungen im Hotel. Als Beispiel hatten sie das Portal der Post ausgewählt. Sie zeigten uns, wie sie im Unterschied dazu vorgehen würden, um ein schönes und ansprechendes Portal für den Hotelbereich zu gestalten. Der Lernjob beinhaltete, dies für das Hotel Jungfrau Victoriaimages zu machen. Das Entrée würde dann auch das Eingangsportal darstellen. Es sollte über die verschiedenen Berufe informieren, die man in diesem Hotel erlernen kann. Wie viele Berufe dies sind, hat Nadja und Martin dann doch erstaunt. Dabei hatten sie sich zunächst darauf beschränkt, die Berufe aufzunehmen, die im Anschluss an die Volksschule erlernt werden können im Rahmen einer normalen Lehre. Berufe, die im Bereich Hotel möglich sind mit Matura könnten in einem weiteren Schritt hinzugefügt werden. Auch die Kontaktaufnahme zu einer Person im Hotel, die auf Anfragen anwortet, sollte inegriert werden und Informationstage könnten angeboten werden. Ein Game war vorgesehen, bei dem InteressentInnen ausprobieren könnten, ob sie sich für einen Beruf eignen.

BP und FABE

Für  den Bereich pädagogische/sozialpädagogische Berufe gibt es seit Kurzem eine verlinkte Informationsseite, die einen ersten Überblick ermöglicht. Sucht man z.B. Info zur Ausbildung von FABE’s im Thurgau, so kann man hier übersichtlich aufgeslistet Informationen finden. Was mir dabei fehlt, ist der Überblick über die verschiedenen Möglichenkeiten, wie man mit verschiedenen Abschlüssen Ausbildungen machen kann. SChaut man die Situation in pädagogischen TEams an, so ist es inzwischen so, dass Leute mit sehr verschiedenen Voraussetzungen und Abschlüssen in einem Team auf der gleichen Hierarchiestufe zusammen arbeiten. Es lässt sich leicht absehen, dass in nicht allzu ferner Zukunft der Beruf des FABE, der weniger Lohnkosten erwarten lässt als SozialpädagogInnen mit Fachhochschulausbildung, in der pädagogsichen Arbeit zunehmend eingesetzt werden wird. Schade, dass die Zeit nicht gereicht hat, um eine der beiden Schulen anzuschauen, die diese Ausbildung anbieten.

Beim Überlegen, wie ich mit SchülerInnen bloggen kann und wie das andere PHs machen, habe ich bei der St. Galler PH mal reingeschaut und bin auf folgende Infos gestossen. Der IKT-Blog der PH St. Gallen hatte offenbar Probleme mit Urheberrechten. Wie Prof. Martin Hofmann schreibt, musste er eine Busse zahlen wegen Bildern in einem Blog. Der Blog wird nun mit neuem Namen und mit neuem Anlauf weitergeführt (Seine IKT-Aktivitäten sind in einer Übersicht zusammengestellt)

Wie Insider wissen, hatte ich im Juni 2008 infolge einer Abmahnung – eine von meinen 150 StudentInnen hat in ihrem E-Portfolio-Blog zu Lernzwecken zwei urheberrechtlich geschützte Bilder verwendet – alle meine beruflichen und privaten Web2Null-Aktivitäten bis auf Weiteres eingestellt. Diese Urheberrechtsverletzung hat mich ziemlich lange und intensiv beschäftigt. Nachdem wir juristisch die Angelegenheit mit einer Zahlung von Euro 1′536,14 aussergerichtlich lösen könnten, musste möglichst rasch ein neues E-Portfoliosystem gefunden und eingeführt werden. Seither publizieren unsere Studierenden nun nicht mehr öffentlich, sondern nutzen das nur intern zugängliche Open Source E-Portfolio System Mahara. Für Interessierte an unseren E-Portfolio-Aktivitäten haben wir das «E-Portfolio Network» eingerichtet, wobei vier E-Portfolio unserer Studierenden nach wie vor öffentlich zugänglich sind. Das im März 2005 gestartete «bodensee edublog» wird nicht mehr weitergeführt. Alle 987 erstellten Blogpostings finden sich jedoch im neuen Blog «Nextgeneration Learning». Zudem führe ich auch die beiden weiteren Fachblogs «mobile at school blog» und «e-portfolio blog» weiter. Alle meine Web2Null-Aktivitäten habe ich neu im «Network Martin Hofmann – Teach and Learn the Educational Technology» zusammengeführt.

Neu erscheint der Blog nun mit eingeschränkter Öffentlichkeit. Offenbar gibt es solche Blog-Software. Das wäre doch auch für uns interessant.  Ich möchte gerne mit einer Gruppe von Lernenden, die ich unterrichte oder mit denen ich mich austausche, festlegen können möchte, “wie öffentlich” das Geschriebene denn nun sein soll. Die Entscheidung, welchen Rahmen für Online-Reflexionen bestimmt werden soll, muss Thema sein. Würde gerne in unserer BP-Präsenzveranstaltung noch darüber reden und Methoden kennen lernen, wie diese Öffentlichkeit gesteuert werden kann. Wie wir z.B. diese Mahara-Software benutzen könnten. Ansonsten wäre die Frage offen, was denn nun eigentlich erlaubt ist vom Urheberrecht her und was nicht? Wenn ich z.B. einen Podcast von Manfred Spitzer über das Gehirn enfüge, ist das dann o.k. oder nicht? (Zugegeben, ich füge den Podcast mal eben ein, um den Blogkriterien zu entsprechen, die Frage bleibt aber trotzdem bestehen)Und wie es so geht beim Surfen, findet man Interessantes. So gibt es von Manfred Spitzer einen Podcast, in dem er 1000 Fragen zum Lernen beantwortet. Einen Auszug zum Lernen durch Lehren, hab ich hier verlinkt, die andern Antwoten auf die 1000 Fragen, von denen auch einige die Neurowissenschaften und das Thema Lernen betreffen,  gibt es im Podcast-Archiv

Heute war ein offener Workshop zu unseren Lernaufträgen und Klaus gestaltete den Einstieg mit einer ersten Rückmelderunde zu den inhaltlichen Highlights der BP. Öfter genannt wurde die Arbeit an den konkreten Lernjobs und die Rückmelderunden dazu in Moodle.

In der Zeit zwischen den einzelnen Sequenzen heute, hatte ich noch Gelegenheit das E-Portfolio von Christel anzusehen. Ich war begeistert! Hier kann man verschiedene Texte und Präsentationen zusammenfügen zu einem Stück und durch eine Leiste sind die Einzelteile anklickbar und es herrscht eine fantastische Übersicht. Christel hat auch auf die Möglcihkeit hingewiesen, die wordpress-hilfe zur Erstellung eines E-Portfolios zu benutzen. Das gefällt mir. (Käme die lösungsorientierte Fee, so würde ich ihr sofort vorschlagen, das für mich zu zaubern).

Das Buch von Georges Murbach imagesdazu heisst:

Mit web 2 das Internet aktiv mitgestalten.

Am Anfang des Moduls hat max mit uns den Blick zurück aus der Zukunft gemacht. Ich möchte das nächste Mal versuchen, einen Blick zurück an den Startpunkt der BP zu machen und euch dazu zu befragen, was ihr in der Zwischenzeit alles gelernt habt. Angeret dazu hat mich die Lektüre des Pippi-Lotta-Prinzips das Melanie uns in ihrem Blog mal vorgestellt hat. An so einem sonnigen Nachmittag   wie heute, an dem ich mal wieder Zeit habe, die Gedanken etwas loszulassen, kommt wieder etwas Lust  am Lesen auf.  Meine Fragen an euch wären also:

Wo seid ihr stärker geworden?

Was habt ihr an Neuem /neuen Fähigkeiten bei euch entdeckt?

Auf welchem Weg seid ihr nach dieser Veranstaltung?

Was macht euch gerade am meisten Spass dabei?

Was gilt es zu beachten?

Wie hat sich das Thema Berufspädagogik für euch während des Moduls verändert?

Was tut ihr, um das Gelernte zu integrieren und wieder zu Ruhe zu kommen?

Ich werde euch dazu vor der nächsten BP-Veranstaltung in der Pause oder danach, kurz interviewen. Falls ihr meinen Blog lest, könnt ihr euch ja schon mal was zu den Fragen überlegen.

Mich beschäftigt die Frage, wie ein guter Abschluss einer Sache aussieht. Wie kommt mein Kopf wieder zur Ruhe? Wie geht eigentlich Integration?

Bei den Samurai war es früher üblich, dass sie einen Garten angelegt haben, wenn sie aus einer Schlacht zurück kamen. Sie pflanzten dann z.B. Kirschbäume. Was mache ich nach einem Studium? Wie macht ihr das? Schöne Woche und bis dahin und für den Fall, dass ihr wieder mal wieder keine Zeit habt für einen Natur-Spaziergang, habe ich euch ein Video ausgesucht

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Max begann nach dem kurzen Einstieg ( Ferieneindrücke) in gewohntem Tempo mit unserem BP-Stoff.

Er gab uns einen Überblick über die nächsten Termine, über den anstehenden Lernjob und über eine neue Form der Bewertung: die lösungsfokusierte Beurteilung. Ein Artikel von korn-mittel-bw

Hans-Peter Korn 2008 (vom  nla-Kongress am 5./6. Juni 2008 in Zürich © )steht auf Ilias zur Verfügung

Das Prinzip erschien mir überzeugend und klar, die Frage ist nur, wie es im Unterricht, bzw. in der Nachbereitung des Unterrichts zeitlich umsetzbar ist. Ein weiteres Anwendungsgebiet dieses Ansatzes stellen Teamtrainings und Personalbeurteilungen dar.

Eine traditionelle Beurteilung mit einer Note bildet immer einen Mittelwert ab. Verschiedene Fragen oder Aufgaben wurden in einer Prüfung z.B. unterschiedlich gut gelöst und unerschiedlich mit Punkten versehen. Dieser Mittelwert – die Note – bietet keinen Anreiz, die Einzellösungen anzuschauen. Ist die Note im mittleren Bereich, so hat der Bewertete kaum Anreiz, an Verbesserungen zu arbeiten. Es entsteht keine Motivation. Die Idee ist die, Einzelwerte danach anzuschauen, welche Prüfungsfragen besser gelungen sind als es die Durchschnittsnote abbildet.  Die Einzelwerte können dabei in einem Korridor abgebildet werden. Daran lässt sich dann ein Lerngespräch anknüpfen.

Besonders geeignet scheint diese Methode in unserem Fall auch für Unterrichts-Feedback für uns Lehrkräfte. Welche Teile waren für die SchülerInen von grossem Interesse, welche eher nicht, welche fanden sie besonders gelungen von der Idee des “Abholens” an ihrem Kenntnisstand?.

Bei einem Feedback mit Skalen zu verschiedenen Fragen könnte die Zusatzfrage also lauten. Schauen Sie sich den Wert an, der bei Ihrem Feedback die höchste Zahl auf der Skala erreicht. Was fanden Sie dabei besonders gelungen, bwz. was hat Sie dabei besonders angesprochen?

Beim Feedbackbogen, den ich zum Abschluss meines Praktikums verwendet habe, könnte das leicht eingebunden werden. Beim Entwurf war ich damit unzufrieden, dass ich zum Schluss die Frage angehängt habe: Wie könnte ich meinen Unterricht um einen Punkt verbessern? Mir war dabei klar, dass das so eigentlich nicht zu beantworten ist, da ich ja immer nur Einzelpunkte verbessern kann und nicht den Unterricht “insgesamt”. ich fand aber zunächst keine andere Lösungsmöglichkeit, da ich sonst auf der Rückseite die einzelnen Unterrichtsbestandteile hätte auflisten müssen. Das hätte dann für die Bearbeitung durch die SchülerInnen auch mehr Unterrichtszeit beansprucht, was ich aber vermeiden musste, da die Zeit im Praktikum sowieso knapp bemessen ist. Also bliebe dieser teil halbherzig und wurde dann auch bei der Durchführung von den SchülerInnen nicht detailliert beantwortet.

Für die lösungsfokusierte Beurteilung des Lernjobs haben wir zwei Varianten dieses Feedback-Bogens entworfen, eine Aktiv- und eine Passiv-Variante. ( also für Feedback, das man selbst möchte und als Beurteilungsmöglichkeit für andere Lernjobs.)

Hier der Feedback-Bogen für mein Praktikum. (Leider konnte ich die Original-Formatierung hier nicht einfügen)

Feed-Back

  • Vielen Dank für Ihre Mitarbeit in meinem Praktikum.

Titel des Lernjobs: Klasse Name

Lernjob 20

Wie beurteilen Sie den Unterricht über die Lösungsorientierte Methode?“

  • Zeitbedarf ca.:1×5 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad J
  • Einzel-oder PartnerInnenarbeit
Da wir mit Skalen gearbeitet haben, schlage ich Ihnen vor, eine oder mehrere zu benutzen.

  • Ich fand den Inhalt interessant /nützlich (Zutreffendes ankreuzen)

1                                                                                              10

Nein                                                                                       Ja

Wenn ja, welche drei Inhalte am interessantesten?

  • .

  • .

  • Nun überlegen sie bitte, was es genau bräuchte, damit ich meinen Unterricht in Ihren Augen um einen Punkt verbessern könnte. Beschreiben Sie dies kurz:
  • (oder auch länger auf der Rückseite zu den Methoden, Lernjobs Präsentationen usw.…. J)

  • Auf Wiedersehen und Alles Gute! JJJJ
  • Lilo Hirsiger

Inzwischen habe ich mein erstes Coaching-Gespräch nach der Methode des Skalenspaziergangs durchgeführt. Ich hab die Dokumente dazu auf die Moodle-Seite für die Mini-Inputs hochgeladen, was natürlich nicht ganz korrekt ist, aber hoffentlich auffindbar. Den Skalenspaziergang habe ich als Selbstlernmaterial formuliert und hoffe, dass ich ihn in dieser Form mal ausprobieren kann. Hier füge ich das Symbol für die “10″ ein, das sich mein Coachee ausgesucht hat:

picture00661 einen Kristall!

Noch vor Ostern ist das E-Coaching zu Ende gegangen. Eine interessante Erfahrung! Meine Reflexionen dazu hab ich auf Moodle hochgeladen. Ich bin gespannt, ob ich meine CoachIn nach Ostern kennen lerne. Netter Zufall, dass sie auch in St. Gallen arbeitet. Das lösungsorientierte Arbeiten hat Wirkungen, die ich immer noch nicht ganz verstehen kann, aber erfahren kann ich es schon. Auf der Suche nach Videos dazu bin ich bisher nur auf die Video-Reklame für das Buch von Christiane Bauer und Thomas Hegemann: ich schaff’s – cool ans Ziel gestossen.

Ein Resultat der ressourcenorientierten, lösungsorientierten Arbeit ist das Projekt “Hotel Dom” in St. Gallen. Hier arbeiten Menschen mit Behinderungen im Service des Hotels.

Fundsache zwischendurch zum Thema Medienkompetenz:

Beim Schweizer Fernsehen kann man gratis eine eintägige  Weiterbildung machen zum Thema multimedialer Unterricht, wenn man Lehrkraft ist. Ginge vermtlich auch für uns. Auch Praktika sind dort möglich, bei denen man z.B. an Unterrichtsmaterialien mitarbeitet.

Nach Ostern geht es im BP-Modul ja um die Möglichkeiten einer alternativen Leistungsbewertung. Beim Stöbern um dieses Thema habe ich auf der Seite von Felix Winter eine Kurzanleitung für die Erstellung von Portfolios gefunden und ein sehr nettes Trollportfolio einer Viertklässlerin aus Berlin. Diese Seite bietet auch Materialien zum Runterladen und Kontaktmöglichkeiten zu Leuten, die mit Portfolios arbeiten. (Fündig wird man hier auch, wenn man ein Programm sucht, um Portfolios auf eine Website zu laden oder CDs zu brennen mit dem eigenen E-Portfolio. Aber das führt ja nun weg von der Art von Portfolios mit der wir es im Unterricht zu tun haben. Für die konkrete arbeit mit Portfolios im Unterricht eignen sich folgende Fragen)

(Dass es in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens nun “Portfolios” gibt, ist kaum mehr zu übersehenproduct_hase_weisse. Tatsächlich hat auch Milka sein Ostereier-Portfolio dieses Jahr erweitert, sein Markenportfolio jedoch reduziert. Wir wissen aber jetzt: ” Noisette und Marzipan erweitern das Milka Ostereier-Portfolio. “  Es gibt also nun weit mehr als den Schmunzelhasen!

Wenn ich  an mein eigenes Portfolio über mein letztes Praktikum denke, so stelle ich fest, dass die letzte Phase dieser Arbeit einfach gefehlt hat. Da gibt es nun also einen Ordner voller eigener “Lernmemoiren” und Reflexionen, die man selbst kaum mehr liest und jemand anders auch nicht.  Ausser unfreiwilligen Lesern – und das sind die Prüfer – wird niemand anders sich Zeit nehmen, die Sachen zu lesen, sogar wenn Motivation dazu vorhanden wäre, da in diesem Studium die Zeit für sowas fehlt.  Für welches Publikum schreibt man das also? Diese Frage ist bei Portfolios genau so wenig gelöst wie bei andern Arbeiten, die man im Studium schreibt, z.B. diesem Blog. In der Arbeit mit SchülerInnen möchte ich darauf achten, dass die Phase der Präsentation vorkommt, wenn ich mit Portfolios arbeite. Für die Auswertung sollte es möglichst ein Kompetenzraster geben, das den SchülerInnen vorher auch bekannt ist. Aber hier taucht wieder der Faktor Zeitknappheit auf und die Frage bleibt bestehen, ob die Benotung von Portfolios deren Anspruch auf Eigenständigkeit beim Lernen nicht sabotieren kann. Ich lese den Satz von Felix Winter in der Einleitung des Buches Leistungsbewertung, 41bvfw0kk7l_sl500_aa240_wo er sagt:

Ich bin Hartmut von Hentig daher sehr dankbar, dass er durch die Konzeption und Realisierung dieser Experimentalschulen einen notenfreien, offenen Erfahrungsraum geschaffen hat, innerhalb dessen neue Wege der Leistungsbewertung gedacht und praktisch erprobt werden konnten.

Es wäre schön, einmal in einem notenfreien Rahmen arbeiten zu können.

Viele Aspekte finde ich an Portfolios und portfoliobasierten Prüfungen sympathisch, z.B. dass es eine angstfreiere Form des Lernens ist. Auch können spannende und  schön gestaltete Produkte entstehen. Wenn aber nun jede Lehrkraft solche Leistungsnachweise anfertigen lässt und jeder Schüler in jedem Fach an einem Portfolio arbeitet, wer soll diese Inflation von Veröffentlichungen denn alle lesen? Und, weiter gefragt, ist es wirklich sinnvoll, sein Lernverhalten in jedem einzelnen Fach zu reflektieren? Wollen Schüler im Rahmen ihres selbstbestimmten Lernens nun wieder neue Vorschriften, wie ihr “neues Lernen” auszusehen hat?

Meine Erfahrung aus Elternperspektive auf das System Schule lässt hier Zweifel aufkommen. Es kann sein, dass der Leistungsdruck mit der Einführung alternativer Leistungsmessung noch höher wird, auch wenn Portfolios als alternative Leistungsnachweise etwas anderes für sich beanspruchen.  Man wird die SchülerInnen fragen müssen, wie sie die neuen Formen erleben. Ich meine, die Lehrkräfte brauchen Interesse für das Zeitbudget ihrer SchülerInnen. Es müsste möglich sein, die Belastungszeit für SchülerInnen zu erfassen und es bedarf dabei kollegialer Absprachen für aller Lehrkräfte  einer Klasse.  Die Fähigkeit zu Teamarbeit, die von den SchülerInnen selbstverständlich in jedem Fach verlangt wird, muss auch ein Kriterium bei der Selbst- und Fremdberuteilung von Lehrkräften in Bezug auf die Zusammenarbeit mit ihren eigenen KollegInnen werden. Sonst hinken solche neuen Ansätze von Anfang an.

Überlegungen zu alternativer Leistungsmessung sollten sich meiner Meinung nach im Rahmen der Bestrebungen zu einer “gesunden Schule” auch an Kantons-Maturitätsschulen bewegen und ihre Ergebnisse daran messen lassen.

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Der Tag begann mit einer Einstimmung von Christel: Black Stories.21dc508b-8399-4270-a3a8-ab0a3bdc2bfe

Wir waren ein gutes Rätselteam und hatten die Story schnell gelöst. Die Geschichten lassen sich im Unterricht benutzen, um “Reframing” zu erklären oder “out of the Box-Thinking” Allerdings ist nicht so klar, wie lange SchülerInnen brauchen, um die Rätselfragen zu lösen und wieviel Zeit dann für den sonstigen Stoff fehlt. Ich gebe auch zu bedenken, dass es unter Umständen die Stimmung ziemlich runter ziehen könnte, wenn die SchülerInnen die Rätsel nicht lösen können. Eigentlich finde ich solche Geschichten nur passend in einem sehr entspannten Rahmen. Es gibt aber Lehrer, die solche Geschichten offenbar schon mit gutem Erfolg eingesetzt haben und berichten, dass sogarSchülerInnen, die sich sonst nicht am Unterricht beteiligen, dann erstaunlich schnell “um die Ecke denken”.

ref_skalen-grDer weitere Verlauf des Tages war dem Thema Coaching , genauer dem “Skalen-Spaziergang” gewidmet. 2 Teams probierten die 6 Coaching-Schritte aus, die uns Max als Orientierung gegeben hatte. Ziel war es, dieses Verfahren auszuprobieren, mit dem man Skalierung z.B. bei SchülerInnen einführen kann. Dazu gab es einen Evluationsfragebogen, den man gleich nach dem Gespräch ausfüllte. Er wurde dann am Nachmittag, nachdem alle Beteiligten Coach, Coachee und Beobacher gewesen waren, ausgewertet:

Die vier Fragekategorien waren auf einer Skala einzutragen und ergaben eine grafische Figur, die dann zur Grundlage eines weiteren Gesprächs mit dem Coachee dienen kann. Ich fand es interessant, dass die Fragen des Fragebogens für einige von uns stimmig waren und andere, zu denen auch ich gehöre, sich eine Spezifizierung der Fragen wünschten auf die spezfische Fragestellung hin. Max ermunterte uns, den vorliegenden Fragebogen weiter zu entwickeln, um ihn für uns passend zu machen.

Was mir an diesem Skalen-Sapziergang gefällt: Es ist viel leichter, von einem dem Ziel schon näher liegenden Punkt aus zu überlegen, was dann alles geklappt hat, wenn man an diesem Punkt angelangt ist. Knackpunkte3-69-knackpunkt-logo lassen sich leichter benennen, wenn sie von der Lösungsseite her betrachtet werden. Sie wirken viel blockierender, wenn man sie von einem davor liegenden Skalenwert aus beschreiben soll, aus dessen Sicht das Problem noch als ungelöster Knoten auf dem Weg liegt. Wie das kommt, verstehe ich zwar noch nicht, aber es funktioniert, was ich die Hauptsache finde.

Die Einsichten, die sich dann einfach einstellen, finde ich verblüffend. Es ist ein anderes Nachdenken: der Rahmen des Gelingens ist schon gegeben und muss ja “nur” noch gefüllt werden.

meteoritenkraterEs erinnert mich an ein Vorgehen, das ich bei Jugendlichen anwende, die sich nicht oder sehr schlecht verbal mitteilen können: Ich überlege mir, wie ich ihren Zustand erlebe, versuche, dafür ein Bild zu schaffen und mir dann zu überlegen, was passieren muss, damit ein solches Bild entsteht. Gerade bei traumatisierten Jugendlichen iwirkt das erhellend. Das gleiche Vorgehen kann ich dann auch mit dem Jugendlichen selbst wählen: ihn bitten, ein Bild über die jetzige Situation zu machen ( oder ein kleines Bauwerk aus Steinen usw.) und ihn dann zu fragen, was jemand tun muss, damit ein solches Bild als Resultat herauskommen kann. Es ist, als würde man von einem Meteoritenkrater ausgehend fragen: was ist hier passiert? Man wechselt also die Reihenfolge vom untersten Bild, dem Einschlagskrater, überlegt, wie so etwas entstehen kann und kommt dann so langsam zu erkenntnissen über Meteoriten.

Max gab uns dann noch einen Ausblick auf den weiteren Semesterverlauf.  Die Lernjobs werden wir noch erhalten. Es geht um eine Fallstudie, so viel gab Max schon bekannt. Man darf gespannt sein.

Heute konnte ich nur am Vormittag dabei sein, bei Melanies Einstieg und Corinas Input. Die inhatliche Diskussion darüber, wie man mit der Moderne und der Postmoderne in der Didaktik umgehen kann, fand ich nützlich und half mir zu begreifen, wie ich die Angelegenheit eigentlich selbst sehe. Es gibt also diesen “modernen Sockel”, auf dem dann der “postmoderne Aufbau” drauf ist. Je nach Freiraum im Stoff, im Stundenplan und bei den Prüfungsvorgaben kann man den konstruktivistischen Ansatz /Didaktikanteil erweitern.

Allerdings kann man diese neuen didaktischen Möglichkeiten nicht einfach bruchlos einbauen. Wird in einem Unterrichtsfach – wie z.B. in Pädagogik/Psychologie in der PMS – versucht, einen Unterrichtsrahmen zu ermöglichen, in dem selbstbestimmtes Lernen stattfinden könnte, dann wird das von den SchülerInnen, die in den andern Fächern einen hohen Lernstoffdruck erfahren unter Umständen so interpretiert, dass man sich hier mal eben auf die faule Haut legen kann. Ist also die Überforderung in andern Fächern hoch, dann wird ein Unterrichtsrahmen mit weniger Druck als Ausgleich benutzt und man lernt in diesem Überlebenscurriculum, mit möglichst wenig Aufwand durch zu kommen. Setzt man als Lehrkraft Druck auf, erhält man zwar Leistung, aber wiederum kein selbstbestimmtes Lernen. Wei beides zusammen im normalen Unterricht gehen kann, ist für mich noch eine offene Frage.

Ich habe mich in diesem Zusammenhang heute mit einem Werklehrer der Steiner-Schule in Kreuzlingen unterhalten, in der die Prinzipien des selbstbestimmten Lernens ja schon Tradition haben und zwar in allen Fächern. Allerdings verstehen sich die Anthroposophen ja nun keineswegs als Konstruktivisten, wie die Diskussion dazu zeigt.. Die Unterrichtsformen ähneln sich trotz des unterschiedlichen theoretischen Hintergrunds.

Fragen bei der Hinfahrt

Bei der Hinfahrt gingen mir verschiedene Themen und auch eher unwichtige Fragestellungen durch den Kopf:

  • wie würde  das Styling der Trainer und Coaches wohl aussehen? Und wie bei den jungen Leuten, die dort ausgebildet werden? Welcher Stil der Kommunikation ist dort wohl “angesagt”?
  • Noch müde schaute ich während unserer Zugfahrt rasch in die Gratiszeitung  ” .CH”  An diesem Morgen gab es einen Artikel über die “beeindruckende Bescheidenheit” der Raiffeisenbanker in der  Führungsetage. Sie erhalten inklusive Boni maximal 250 000 Franken im Monat. Da kann man sich doch wirklich getröstet zurück lehnen über soviel Verantwortungsbewusstsein für unser Geld. Ich schob meinen Sarkasmus auf meine Müdigkeit und beschloss, den Tag von nun an völlig positiv anzugehen.
  • Daraus ergab sich die Frage: Wieviel Geld steht zur Verfügung für diese Art der Ausbildung und wie sieht das im Vergleich zu einer anderen Lehre aus? Hängt diese Art des Lehrens und Lernens zwingend mit viel Geld zusammen oder sind die Zahlen doch vergleichbar nur der Ansatz anders?
  • Am meisten interessierte mich, wie die Auszubildenden dieses Angebot einschätzen würden und daher hatte ich mit Melanie ein Interview vorbereitet, aus dem wir je einen Podcast machen wollten für unsere Blogs.

Meine geplanten Interview-Fragen waren:

  1. Woher kommen Sie zu diesem Lehrgang? Kennen sie andere Auszubildende hier aus Ihrer Bank oder Ihrer normalen Berufsschule?
  2. Wie sieht die Vorbereitung zum heutigen Tag aus und wo finden Sie die dazu nötige Literatur?
  3. Wie wird der Tag heute organisiert sein und worauf freuen sie sich am meisten?
  4. Kommen hier Auszubildenden mit verschiedenen Schulabschllüssen zusammen? Meine Vermutung dazu: ja, also SekundarschülerInnen, MaturandInnen und Leute aus der FMS.
  5. Wie geht es Ihnen mit dem selbstorganisierten Lernen, das Teil der Ausbildung am CYP ist?
  6. Können sie mir bitte schildern, wie ein Ausbildungstag normalerweise abläuft und wieviel Eigenaktivität im Verhältnis zum Input dabei vorkommt?
  7. Wo sehen Sie die Unterschiede zum Lernen an der Sekundarschule oder amGymnasium zu den Lernformen hier? Gibt es überhaupt welche?
  8. Wie läuft die Betreuung durch die Trainer/Coaches an diesem Präsenztag und wie geht es weiter danach?
  9. Gibt es offizielle oder inoffizielle Lernpartnerschaften?
  10. Werden Sie von den TrainerInnen/ Coaches auch benotet?
  11. Wie schätzen Sie den Lernerfolg dieses CYP Modul-Lehrgangs ein im Vergleich zur Berufsschule und zur Praxisausbildung in der Bank?
  12. Dazu kam noch eine Frage die Trainer/Coachees betreffend: welche Ausbildung haben sie und wie sieht die Arbeit am CYP für sie aus?
  13. Und noch eine Beobachtungsfrage für mich selbst auf der Metaebene des Bankgeschäftes: Würde es auch kritische oder besorgte Diskussionsbeiträge geben angesichts der derzeitigen Bankenkrise und Schieflage der Weltwirtschaft?

(Ich kann andieser Stelle vorweg nehmen, dass es leider kein Zeitfenster gab, um mit den Auszubildenden zu sprechen. Einige der Fragen wurden im Verlauf des Vormittags beantwortet, andere blieben offen).

Herr Ferrari begrüsste uns und führte uns durch den ganzen Besuch.

Lila Hemden scheinen angesagt zu sein in der Bankerwelt, lange gegelte Haar ebenfalls, dazu schwarzer Anzug,lila-hemd-einfuhrungimg_32021 Hemd und Krawatte oder auch Weste und Jackett bei den Herren. Die Damen geschminkt mit zurückhaltender Business-Mode.  Bei der älteren Generation ebenfalls Anzug als Selbstverständlichkeit. Getragen zusammen mit einer kundenorientierten, wachen Freundlichkeit, dem spürbaren Anliegen, uns mit unseren Fragen gut zu beraten und dafür zu sorgen, dass auch wir in einer angenehmen Atmosphäre lernen konnten.

Das ist offenbar eines der Ausbildungsresultate bei einer Banklehre, die mir in meinem eigenen Umgang mit Schweizer BankberaterInnen bisher immer angenehm aufgefallen ist. Aus diesen Gesprächen bin ich bisher immer mit klaren Informationen heraus gegangen und mit angenehmer Erinnerung an die Atmosphäre. Dies im Gegensatz zur Atmosphäre in deutschen Banken. Wie kommen die Schweizer zu so guten Berufsleuten? Wir würden heute vermutlich einige Antworten dazu erhalten.

Unsere Vorbereitung

Wie ich aus den Unterlagen ersehen konnte, war das Modul über die SNB eines der letzten Module im 3. Lehrjahr. Die Auszubildenden hatten also schon den grössten Teil der Ausbildung hinter sich und die Lehrabschlussprüfung (LAP) steht ihnen bald bevor. Aus dem Lernkonzept wusste ich, dass es ca. 50 Auszubildende sein würden, die von drei Lehrkräften ausgebildet wurden an diesem Tag.

Ein Wachmacher zu Beginn

Der erste Teil unseres Tagesprogramms bestand darin, bei der Begrüssung der Auszubildenden im Plenum, dem Überblick über den Tag  und einer ersten Arbeitseinheit dabei zu sein.

Herr Cipolla begrüsste dabei die TeilnehmerInnen und uns, gab einen Tagesüberblick und versuchte, die dergipfelimg_31541Fragestellungen des Tages auf unterhaltsame Art und Weise einzubringen. Er stieg auf einen Stuhl und zeigte auf einem Flipchart einen Gipfel, um darzustellen, wie hoch die Auszubildenden schon geklettert seien auf ihrem Weg zur LAP. Er liess sie sich gegenseitig gratulieren zum Stand ihrer Ausbildung und signalisierte Verständnis für die Menge an Ausbildungsstoff, die zu einem “Overflow” führen kann und stellte overflowimg_3155den Auszubildenden in Aussicht, dass sie am Nachmittag Arbeitstechniken kennen lernen würden, die ihnen dabei helfen,solche Überforderung zu vermeiden. Die Thematik Deflation/Inflation führte er ein mit dem Preis, den er auf seinen Schuhsohlen zeigte. Die Beispiele waren hervorragende Anker, die man sich auch ohne Anstrengung merken konnte und er war ein guter Unterhalter auf seiner Bühne. Ein Wermutstropfen: Die Begriffe, die er darstellen wollte, fragte er dann in Form von “Ostereierpädagogik” von den Auszubildenden ab. An dieser Stelle gingen mir unsere didaktischen Alternativen durch den Kopf, die man hier hätte anwendenkönnen. Das hätte dann aber bedeutet, dass man die starre Sitzordnung aufgelöst hätte und eventuell auch der Zeitbedarf höher gewesen wäre.

2. Teil im Computerraum

Anschliessend konnten wir im Computerraum die Materialien sichten und ausprobieren, die von den Auszubildenden als Vorbereitung auf diesen Präsenztag bearbeitet worden waren. Darin enthalten waren Testfragen, die für jeden Testdurchgang automatisch neu aus einem Fragenpool zusammengestellt wurden und den man beliebig oft durchführen konnte. Den abschliessenden Test, den die Auszubildenden ablegen müssen, können sie nur einmal machen. Das Ergebnis wird von den  CYP-Coaches vermerkt und gibt ihnen Hinweise auf die Arbeitshaltung der Auszubildenden.

Pause und Fragerunde

pauseimg_31781Während und nach der Pause in einem separaten Raum mit Kaffee und Gipfeli konnten wir unsere Fragen zum Ausbildungskonzept stellen, was ich informativ und locker fand.

3. Teil: Ein “Iconomics”Planspiel

Im dritten Teil sahen wir bei  einem Planspiel zu, bei dem kleine Arbeitsgruppen den Auftrag erhielten, sich vorzustellen, sie seien Direktor ( die weibliche Form von Wörtern hat in die Bankenwelt offenbar noch nicht einzug gehalten, ich gestatte mir, dies anzumerken, da heute der 8. März ist) der SNB und müssten darüber entscheiden, wie der Nominalzinssatz festgelegt würde. Dabei wurden drei iconomicsimg_3199damit verbundene Grössen betrachtet, die durch diese Entscheidung in ihrer Entwicklung beeinflusst würden. Die unterschiedlcihen Vorschläge der Arbeitsgruppen, die von Abwarten bis zur Erhöhung des Nominalzinssatzes um 1.5Prozentpunkte gingen  wurden gesammelt und die vorher errechneten Auswirkungen mit dem Beamer projiziert. Auch die daran anschliessenden Entscheidungen der Arbeitsgruppen wurden wiederum gesammelt und die unterschiedlichen Auswirkungs-Varianten gezeigt. So konnten langfristige Entwicklungen erfahrbar gemacht werden und die AZUBIS erhielten eine Ahnung von der verzögerten Wirkung solcher Zinsmassnahmen auf die Wirtschaft. Kritisch angemerkt: Diese Zukunftsberechnungen wurden von keinerlei abwägendem Kommentar begleitet, wozu doch reichlich Anlass besteht, hält man sich z.B. vor Augen, mit welcher unkritischen Applaushaltung die Zinsschritte von Mr. Greenspan in den vergangenen Jahren von der Börse angenommen worden sind und wie sie jetzt – angesichts der Wirtschaftskrise beurteilt werden.

Nach dem Planspiel hatten wir noch Gelegenheit mit Max einen kurzen Tages-Abschluss  zu machen.

Exkurs zum Ausbildungskonzept

Drei Ausbilder: eine Frau als Trainerin, zwei Coaches, einer davon Herr Cipolla.  Ein hoher Raum mit Beamer und fixen Stuhlreihen. Dahinter für uns BesucherInnen runde Tische und genügend Stühle, auf denen wir zusammen mit unseren StudienkollegInnen aus der Fachdidaktik Wirtschaft und Recht der Uni Zürich mit ihrem Dozenten, Herrn Goldmann,  Platz nahmen.( der Artikel mit meinem Vergleich zwischen dem Coaching-Konzept des CYP und unserem lerncoaching-Konzept ist im Ilias-Ordner dazu)

Anmerkung anlässlich des 8. März, an dem ich diesen Blogbeitrag schreibe:

In der Regel äussern sich in einer Gruppe von ca. 50 Leute vorwiegend Männer, besonders, wenn ein Mann vorne steht. Die einzige Frau, die sich beim Einführungsthema von sich aus zu Wort meldete, wurde mit dem Hinweis, ihr Beitrag gehöre hier nicht zum Thema, zum Schweigen gebracht. Inhaltlich war ich hier anderer Meinung: Die junge Frau hatte gesagt, es habe ja jetzt einen Führungswechsel gegeben (ich habe leider vergessen wo) und nun sei eine Frau an der Spitze. Es sei nun interessant, wie das nun die Entwicklung beeinflussen würde. Das recht krasse Desinteresse des sich doch so charmant gebenden Herrn Cipolla steht im Gegensatz zu Fakten. Wie Kinsey in einer Untersuchung zum Erfolg von Firmen mit wenigstens 2 Frauen in der Konzernspitze nachweisen konnte, sind frauenspezifische Betrachtunggen von Wirtschaftsfragen keineswegs irrelevant. Der Konzernerfolg steigt nach diesem Untersuchungsergebnis an, wenn Frauen an Führungsfragen massgeblich beteiligt sind.

Ein leider eindeutiges Fazit: Frauen haben hier noch wenig zu sagen und schon gar nicht die Bühne für sich.

Noch einmal Denksport zum Aufwärmen

Corina gab uns einige Aufgaben zum Knobeln, die wir in Zweierteams lösen konnten. Mich erinnerten diese Aufgaben an die  letzten Unterrichtslektionen vor grossen Ferien, da gab es sowas in meiner eigenen Schulzeit. Vergnügen am Lernen, sozusagen als Ferienvorgeschmack. So klein war das Fenster für vergnügliches Lernen also einmal.

...und so knobelt Daniel Tammet

Apropos KNOBELN. In der Sendung Beckmann (Fernsehsendung in der ARD vom Montag, den 2. März) war gestern Daniel Tammet zu Gast. Er ist einer der ca. 50 Savants, die gegenwärtig auf der Welt bekannt sind. Innerhalb einer einzigen Woche hat er mit wenigen Vorkenntnissen gerade Deutsch in Wort und Schrift (!) so weit gelernt hatte, dass er dieses Fernseh-Gespräch flüssig führen konnte. Über seine Art zu lernen kommentierte er, es komme hauptsächlich darauf an, dass er Freude beim Lernen habe. Als Erstes würde er immer Kinderbücher in der fremden Sprache lesen oder sich vorlesen lassen. Dann würden ihn Wortbilder interessieren. z.B. bei deutschen Wörtern mit “KN” oder”KNO” am Anfang würde es sich immer um kleine runde Sachen handeln. Knopf, Knoten, Knubbel. Da passt auch das KNOBELN dazu. Solche Zusammenhänge auszuspüren, machen ihm Spass. Ein anderes Beispiel fand er beim Anfang “STR”. Diese Buchstabenkombination fand er immer bei langen, irgendwie dünnen Sachen, wie Strand, Strasse Strang, Strähne. Strahl. Er meinte, so wie in der Schule dürfe man es eben überhaupt nicht machen. In diesem Gespräch kündigte er an, er werde ein Buch veröffentlichen mit Lerntipps für Normal-Lernende. Die deutsche Sendung habe ich auf you-tube noch nicht gefunden, aber eines von seinem Besuch bei Daniel Letterman habe ich mal hochgeladen.

Daniel Tammet: Elf ist freundlich und Fünf ist laut. Ein genialer Autist erklärt seine Welt, 2. Auflage 2007, Patmos Verlag, Düsseldorf.(Englische Originalausgabe: Born on a Blue Day. A Memoir of Asperger’s and an Extraordinary Mind. Hodder & Stoughton, London 2006.

Zurück zum Coachen

im Vergleich zu Daniels müheloser Art zu lernen, kommt mir auch unser Coachen ziemlich antreibend und ungemütlich vor und ich denke an das Bild, dass man Pferde antreibt, die ihre Kutsche ziehen. Aber so sollen wir es ja heute gar nicht machen. Im Gegenteil, es kommt auf die Wertschätzung an und wir probieren am Nachmittag ein eindrückliches Coaching-Setting aus.

Das “gute Gewissen” spricht

In einer Dreier-Gruppe gab es einen Coach, ein Coachee und ein “Gutes Gewissen”, das genau nach Vorgabe jede Frage des Coachs kommentierte. Diese Übung war zunächst ungewohnt, da der rote Faden des Gesprächs durch die Kommentare des guten Gewissens regelrecht abgeschnitten wurde. Bei etwas Übung erwies sich diese Methode jedoch als “Freiraumschafferin” für den Coach. Es war mir dadurch möglich, die Momente im Gespräch zu identifizieren, in denen ich nicht zuerst wertschätzend auf die Antwort eingegangen war, sondern schon zu einer Frage angesetzt hatte, die mehr inhaltsbezogen war. Der hier eingeforderte Rückschritt zur Überlegung, ob mein Statement auch wertschätzend sei, ergab dann wie automatisch andere Fragestellungen. Spannend.

Viel zum Vorbereiten für Freitag

Die schiere Masse an Lesestoff, die uns Max zum Durcharbeiten für Freitag und für die Arbeit am nächsten Dienstag gegeben hatte, drückte mir am Morgen doch auf die Stimmung. Als Stimmungsaufheller in all den etwas trockenen Bankenthemen erinnerte ich mich ganz bewusst an die frühen 90er-Jahre an der Börse, in der Kursanstiege Geld im Schlaf brachten. Die Verknüpfung mit dieser angenehmen Erinnerung liess dann auch wieder die Fülle an Material weniger drückend erscheinen. zepred1Es hat funktioniert: die gute Erinnerung wirkte der Stimmungsschwerkraft entgegen wie ein Zeppelin, der gasgefüllt als Lastenräger dient.

Ich bin gespannt auf die Unterrichtsformen die wir am Freitag sehen werden. Je mehr ich mich damit befasse, desto mehr Informationen kriege ich über Schulen, die versuchen, die Schüler mit mehr Selbstverantwortung lernen zu lassen. Die Schule Neftenbach führt nun ab Sommer auch eine integrierte Oberstufe, in der allen SchülerInnen der früheren Real – und Sekundarklassen aller Lernstoff zur Verfügung gestellt wird.

Am Freitag mehr über die Berufsschule in Oerlikon.

Zuerst ein wenig Blog Know how

Fotos einfügen

Vor unserer heutigen Sitzung zeigte mir Corina noch, wie ich die Bilder aus dem Web korrekt laden kann. Das Problem war, dass ich das Bild in word kopiert hatte, anstatt es als jpeg-Datei einfach bei mir zu speichern. Jetzt war das Ganze sehr einfach. Wie ich Bilder von einer url direkt lade, weiss ich aber noch nicht. Das hat auch nach viel Rumprobieren noch nicht geklappt.

Videos einbetten

Auch die Videos von youtube konnte ich jetzt verlinken. Ich hab einen zu unserem Thema “Bildung” und Schnelllebigkeit von Lehrmaterialien herausgesucht. Bei der heutigen raschen Veränderung im Wissensbereich kann man sich das kaum vorstellen: Ein Lehrbuch, das fast 1000 jahre unverändert blieb. Genaueres dazu in diesem Video:

Schade, dass die Videos, die ich über google zu unserem Thema gefunden habe, nicht direkt einschaltbar sind. Hier habe ich einen interessantes Video zum Thema Hiernaktivität bei unterschiedlichen Handlungen und Gefühlen gefunden. Manfred Spitzer erklärt darin, wie eigentlich alles angefangen hat mit der Messung der Gerhirnaktivität bei bestimmten Aktivitäten von Menschen. Ich war erstaunt, zu hören, dass die ersten Messungen schon vor 100 Jahren anfingen, also lange vor der Computer-Tomografie. Das Video ist ein Teil einer Sendereihe bei Bayern Alpha: Geist & Gehirn: Folge 14: Bilder des lebendigen Geistes. (Untertitel: Heute können Wissenschaftler Bilder vom “Geist” machen und dabei selbst die subtilsten Gefühle erfassen. Wie schaffen sie das eigentlich?)

Und wie schaffe ich eigentlich, dieses Video direkt einzubetten, so wie die Videos von youtube? Das ist eine Frage  für die nächste Präsenzveranstaltung. Auch die Geschichte mit der Blog-roll, die ich nicht mehr weiss, kommt dann nächstes Mal.

Die Betonung des Positiven und das Ende Ende der Fahnenstangeimages

Die Themen in dieser Präsenzveranstaltung behandelten die Wichtigkeit der Ressourcenorientierung und das Gewichten des Positiven an Handlungen, auch des positiven Feedbacks. Ich habe die letzten 10 Jahre praktisch mit diesem Ansatz gearbeitet und weiss seine Vorteile zu schätzen. Allerdings ist es eben auch nur   e i n   Ansatz. Das Ende der Fahnenstange, um es etwas salopp auszudrücken, ist dann erreicht, wenn es um einen für alle spürbaren Konflikt in einer Gruppe oder gar um direkt verbal geäusserte  Aggressionen  oder  um handgreifliche Gewalt geht oder wenn eine Gruppenstimmung sich gegen ein Mitglied formiert hat. Mich interessiert derzeit sehr, wie eine sinnvolle Bearbeitung solcher Situationen aussehen kann ohne die Anwendung des “letzten Mittels”, dem Hinweis auf die Autorität der Lehrkraft oder des Chefs oder der Rahmenbedingungen.

Geht man davon aus, dass Konflikte z.B. dann vorkommen, wenn in einem kommunikativen Kontext die Position eines Beteiligten von einer andernPerson aus  “nicht vorkommen sollte” bzw. zunichte gemacht wird, dann könnte man metakommunikativ die Frage stellen, welche Position es ist, die keine Existenzberechtigung erhält und was das Interesse des Gegenübers daran sein könnte. Ebenfalls ist dann die Frage von Interesse, wo die andern Beteiligten in einer Gruppe inhaltlich bei diesem Konflikt stehen.

Die Frage bleibt aber, wer den Knoten lösen  könnte. Solche Konfliktklärung, bei der die Arbeitsebene gestört ist, kann  z.B. dann funktionieren, wenn jemand von aussen, z.B. in Form von Supervision dazu kommt. Allerdings ist auch dieser Weg nicht sicher. Ansonsten bleibt der traditionelle Weg der “kommunikativen Monarchie”, die doch so gerne schon “Demokratie” wäre.

Die hohe Kunst?

Im Kontext Schule muss ich darauf vertrauen können, dass die SchülerInnen mit mir arbeitsfähig sind, da solche Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen. Kommunikationsstörungen, die mit der Beziehung von Schülern zur Lehrkraft zu tun haben, kommen aber doch häufig vor. Einen interessanten Artikel zu solchen Beziehungstrübungen,wie man das in der Transkationsanalyse nennt,  habe ich für den schulischen Bereich dazu heraus gesucht.  Es ist vermutlich nicht zu verhindern, dass sowohl solche Faktoren als auch der Stoffdruck anderer Fächer sich in Lerncoaching-Gesprächen bemerkbar machen. Ob es dann gelingt, dies transparent zu machen, bleibt vermutlich die hohe Kunst in dieser Sache.

Viele Unklarheiten auf hohem Niveau?

Die letzte Präsenzveranstaltung mit Melanies Input fand ich interessant und vielfältig. Danach war aber mein Repertoire an offenen Fragen noch grösser geworden. Nadjas Statement, sie habe inhaltlich nichts gelernt, erinnerte mich an die Bemerkung des Kindes aus “des Kaisers neue Kleider” Erinnert Ihr euch an die Geschichte?  Wo ist ihr Zusammenhang mit der Lethologie? In  unseren Zwischengesprächen fiel die ironische Bemerkung : “unsere Unklarheiten sind sehr viel grösser geworden, aber auf einem viel höheren Niveau”. Das trifft in etwa meine Befindlichkeit.

Konstruktivistische Didaktik, Begeisterungsfähigkeit, die Lehrkraft als erster Fan des eigenen Faches, Stellenwert der Inhalte, Rahmenlehrpläne, Fragen nach Wahrheit und Erkenntnis und die Relevanz dieser Überlegungen für einen vorgegebenen Stoffplan…All diese Begriffe schweben als Denk-und Sprechblasen im BP-Denkraum herum. Aber immerhin:

Endlich etwas Philosophie!

Unsere philosophische Mini-Diskussion über Wahrheit fand ich endlich notwendig!

Leider aber   v  i  e  l   zu verkürzt, als dass es dem Thema auch nur “einen Hauch lang” hätte gerecht werden können. Da denke ich zurück: Die Zeit meines ersten Studiums waren die frühen Siebziger. Wir haben uns nächtelang über diese Themen die Ohren heiss geredet. Wissenschaftstheoretische Fragen und die Rezeption östlicher Denker gehörten schon zum Frühstückstisch (über dem ein Maoplakat hing, grins und ein chinesischer Proletarier, der den Hammer so fest schwang, dass sich der Stil bog. Immerhin fanden wir das schon damals kitschig).

“Die Wahrheit”, ein Hundeknochen?

Die Einheit der Widersprüche, die Unfähigkeit, Wahrheit beweisen  zu können, waren Gedankengänge, an denen wir “geistig herum gekaut” haben, wie ein Hund, der an einem unverwüstlichen Knochen nagt. ( Mein Lieblings-giacometti_20131aKunst-Hund ist übrigens der von Giacometti, er passt zu dem Spruch mit dem Puck aus unserem Spaziergang: Dieser Hund geht seiner Nase nach und nur das ist ihm offenbar wichtig. Der Nase nach kommt er zum Ziel oder findet ein Interessanteres.) Die Sache mit der nicht beweisbaren Wahrheit beleuchtet  ja auch schon ein Karl Popper als ganz und gar westlicher Positivist, das Thema beschäftigt ja nicht nur die Quantenphysiker. In Kürze ist seine Position zusammen gefasst in den ersten Absätzen des  folgenden Interviews mit   Karl Popper)

Das Erarbeiten des  theoretisches Wissens bleibt Privatsache

In diesem Studiengang habe ich nun festgestellt, dass andere Vorzeichen und Regeln gelten. Das Studium der vielen theoretischen Literatur bleibt Privatsache, die ausserhalb der Präsenzveranstaltungen stattfindet und bleibt weitestgehend ohne Austausch. Diskussionen über die spannenden Ansätze, von denen wir ja jede Menge zu lesen haben, werden nicht in unserem Plenum geführt, was ich bedauere. Ich weiss von mir, dass ich erst durch Diskussionen eines Textes mit andern Leuten den Stoff auch aus ihrer Perspektive erfahren kann und erst dadurch ein plastisches Bild davon in meinem Kopf entsteht. Sonst bleibe ich auf meiner eindimensionalen “Wahrheit des Textes” sitzen, wenn wir hier schon über “Wahrheit” reden.

Neueste didaktische Theorie, erarbeitet mit ihren eigenen Methoden?

Meine Vermutung und Hoffnung war eigentlich, dass wir uns jetzt solche – also für uns aktuell relevanten Inhalte - mit den Mitteln der neuen Didaktik  einverleiben würden. Stattdessen nehmen wir Stoff, der eigentlich für unsere Schüler aktuell ist und tun eigentlich so, als wäre der Rest des Plenums eine Mischung zwischen MitstudentInnen und SchülerInnen, benutzen für die Inputs anderes Wissen, als das was wir uns erarbeiten sollen. Meine Frage wäre folgerichtig z.B.: wie erarbeite ich mit 6 BP-lern einen Artikel von Franz von Foerster mit neuen didaktischen Methoden?

Die Frage geht mir weiter nach: Welche Inhalte, mit denen wir neue didaktische Möglichkeiten ausprobieren können,  fände ich  passend für unsere Präsenzveranstaltungen in BP? Ist es o.k. Nichtwissen vorauszusetzen, bei Leuten, die sich theoretisch und praktisch nun viel und genau mit diesen Inhalten beschäftigt haben?

Verwirrung.

Ich hatte vor diesem Studiengang  keine Vermutung darüber, wie klein der Raum für Diskussionen über theoretische Inhalte geworden sein könnte und nehme es nun einmal als gegeben hin. Meine aufgetretene Verwirrung sehe ich – mal ganz optimistisch und ganz im Geiste des Coaching-Ansatzes -  als positives Element in dieser Situation.

Das  folgende Zitat aus den Literaturhinweisen von Max’s letztem Mail,aus dem Buch von Heinz von Foerster, Kybernetik, toppt die ganze Diskussion noch:

“Von Margarethe Bauer-Clumberg lernte ich, dass das Wesentliche immer die Nuancen sind. Ich begriff: Wenn die Nuancen stimmen, dann kann etwas Richtiges gesagt werden.” (S. 135)

Ich habe mich auf Anhieb verliebt in diesen Satz. Aber was sind die Bedingungen dafür, dass die Nuancen stimmen, dass sie zudem noch im Unterricht stimmen???

Mein Fazit

“Wahrheit” und “Erkenntnis” in sozialen Zusammenhängen hängen also immer von der Qualität der Beziehungen und der jeweiligen Kommunikation ab. Je besser die Beziehungen, desto grösser das Vertrauen, desto authentischer ist eine Mitteilung möglich, desto näher kommt man diesem Konstrukt “Wahrheit”. Oder auch etwas banaler: Wahrheit ist immer die kleinstmögliche Notlüge und kann allenfalls in Form stimmiger Resonanz erlebt werden. Dazu möchte ich euch ein Buch empfehlen. Da ihr vermutlich  keine Zeit habt, es zu lesen, verweise  ich auf eine Rezension zu: Barbara Gindl,  Anklang – die Resonanz der Seele

Es befasst sich fächerübergreifend mit einem Thema, das genau zu unserer nächsten Präsenzveranstaltung passt, der

Beziehungspädagogik.

tschüss, bis zum nächsten Präsenztag.

Gerade habe ich festgestellt, wie ich mein Problem mit der Artikel-Reihenfolge lösen kann, zumindest für diesen neuesten Artikel. Freude! Mal sehen, ob es mir für die andern Artikel auch noch gelingt, diese Nuss zu knacken. Ich darf nicht gleich auf veröffentlichen klicken, sondern muss die Funktion wählen “verankern auf der Frontseite”. Tja.

Klein aber….?

Wir sind nun zur Kleingruppe von sechs Leuten geschrumpft. Schade, denn ich finde das Experimentierfeld hier wirklich sehr brauchbar. Auch die Bewertung mit den Rubrics, die wir hier erlernen, finde ich zentral wichtig. Sie ist eine Möglichkeit, bei der Formulierung von Lernzielen Stufen einzubauen, die zur Selbstreflexion, Standortbestimmung und zu einer transparenten Beurteilung und Benotung führen können. Ob es allerdings in der Praxis machbar ist? Denkbar ist es dann, wenn man mit jeder Klasse das Gleiche macht. Aber war das nicht gerade etwas, was wir nicht tun wollten?

Die Rubrics und die Zeitdimension

Bei der Formulierung der Rubrics zu meinem Lernjob ist mir aufgefallen, dass sie keine Zeitdimension beinhalten. Wenn ich z.B. etwas das erste Mal ausprobiert habe, z.B. die Analyse einer Kommunikationssituation mit Hilfe des “Inneren Team Ansatzes”, so kann das ja noch nicht heissen, dass ich das auch in gleicher Weise anwenden kann, wie wenn ich das 10 oder 50 mal gemacht habe oder es zu einem selbstverständlichen, alltäglichen Verhalten geworden ist.

Rubrics mit Vorder- und Rückseite?

Die Aufnahme der zeitlichen Dimension bzw. des Übens über längere Zeit erscheint mir wichtig, ob es um das “Innere Team” geht, um Vokabeln, die zu lernen sind, um das Lösen mathematische Gleichungen oder um das Erlernen und Anwenden von E-Learning-Skills. Das Üben könnte aber in die Rubrics eingearbeitet werden. Wenn man z.B normalerweise 4 Spalten auf der ersten Seite machen würde, könnte man die Rückseite dazu benutzen, ebenfalls 4 Spalten für das Üben zu vermerken. Z.B. eine Spalte für “5x gemacht” und zwei beliebige weitere, z.B. nach einer bestimmten Zeit, die Vierte wäre dann z.B. “Routinierte, sichere  Anwendung”. Vorderseite wäre also “Erlernen”, Rückseite wäre “Üben bis Routine”.

Das Problem mit dem rasant wachsenden Wissen

Wenn ich die Überlegungen der systemischen Pädagogik umsetzen möchte, heisst das ja auch, das “Lernen lernen” in den Vordergrund zu stellen und nicht die Inhalte. Aber zu welchem Verzicht auf Wissen sind wir in welchen Bereichen bereit?

Das Dilemma ist jedem von uns klar. Wissen wächst in einer so rasanten Geschwindigkeit, dass der Uberblick immer schwerer fällt. Letztes Jahr war ich in St. Gallen bei einer Ausstellung für Berufe, bei der auch die Schweizer Armee Reklame für sich machte. Ich unterhielt mich mit einem Offizier, der mir von folgender Aufgabe berichtete, vor der er in der Ausbildung von Panzerfahrern steht: Das Handbuch  für die Handhabung eines bestimmten Panzers umfasse  ca. 30 000 Seiten. Wer ihn aber benutzt, habe nur begrenzte Stunden Zeit, die wesentlichen Informationen zu erfassen und zu verarbeiten. Wenn man aber losfährt und wesentliche Fehler macht, wäre das sehr gefährlich und auch sehr kostenintensiv. Er hat die Erfahrung gemacht, dass kleine, sich selbst organisierende Gruppen bei dieser Aufgabe am besten abschneiden. O.k. hier geht es darum, ein praktisches Problem zu lösen. Wie geht das nun aber in der Schule, wo es eben genau keine Aufgabe aus der Praxis gibt, die man bewältigen muss?

Auf welchem Wissen soll ein Lehrplan bestehen und wie begründen wir in unserem Fach die Lerninhalte?

Die didaktische Analyse mit Verweis auf den Lehrplan greift nach systemischem Verständnis hier also zu kurz. Wenn das tradierte Faktenwissen aus Sicht der systemischen Pädagogik nicht mehr relevant ist, wie können dann sinnvolle Auswahlkriterien aussehen? Wie kann ich als Lehrkraft meine Lerninhalte begründen, wenn ich die Wirklichkeit nicht kenne, für die diese Inhalte taugen sollen? Bisher habe ich hier keine passenden Antworten gefunden. Es wäre spannend, von Euch zu hören, wie Ihr die Relevanz Eurer Fächer seht. Im kaufmännischen Bereich und bei den Sprachen erscheint es mir einfach. Aber wie sieht es bei der Mathematik aus oder bei Pädagogik/Psychologie oder bei Literatur und Kunst?

Jetzt hab ich mal einen Text ganz ohne Links geschrieben, ich hab euch sozusagen nur mit meinen neuen eigenen Gedanken verlinkt. Die Angaben zur Gebrauchsanweisung des neuesten Schweizer Panzers, die ich gerne als Link gehabt hätte,  hatte mir Google  leider nicht verraten. So verweise ich nur auf einen Artikel, indem der “Geniepanzer” beschrieben wird. Ich hätte höchstens “künstlich” Links reinsetzen können. Ist das nun in Ordnung oder ein neues Tabu beim Bloggen?

Für heute mal genug der Gedanken.  Lilo

Nachtrag vom 15.2.09 Ich hab mal gesucht, was es zu systemischer Pädagogik im Unterricht an Literatur gibt und bin auf ein Buch einer Münchner AutorinMarianne Franke-Gricksch. sie bietet Fortbildungen in systemischer Pädagogik an. Hier ein Link zu ihrem Curriculum. Sie beschreibt in ihrem Buch Unterrichtssituationen in einer Hauptschule. Bert Hellinger hat einen Kommentar dazu geschrieben:

Dies ist ein besonderes Buch, reich an Erfahrung, nah am Alltag, voller beeindruckender Beispiele die Hoffnung machen und zur Nachahmung anregen.
Zugleich ist es eine klare und praktische Anleitung für Eltern und Lehrer, auch schwierige oder sogar aussichtslos erscheinende Situationen zum Guten zu wenden.”
(Bert Hellinger)

20. 09. 2008

Heute hab ich mit einem Warming-up begonnen. Die TeilnehmerInnen stellten pantomimisch dar, was sie auf den ausgeteilten Karten fanden. In der letzten Präsenzveranstaltung hatte Max die Veranstaltung ja mit einem Namenlernspiel eröffnet, in dem man seinen eigenen Namen, ein Verb und ein Land mit den jeweils gleichen Anfangsbuchstaben nannte. Es war verblüffend, wie schnell die Darstellungen erraten wurden. Auch dabei ist nochmal wichtig, keinen Druck auszuüben. Wenn jemand etwas nicht darstellen will, findet man eine andere Lösung. Druck verdirbt hier die Stimmung.

Zwischen der letzten Veranstaltung und heute habe ich mit der Fachhochschülerin, mit der ich in der praktischen Ausbildung arbeite, die Übung “Back to the Future” gemacht. ( Also Maxens Variante und nicht den bekannten Film…)

Dabei habe ich die Stärken der Übung aber auch eine Tücke erlebt.

Diese Sozialpädagogin in Ausbildung ( eine Studentin, die schon eine handwerkliche Berufslehre hinter sich hatte, Berufsmatura neben der Berufstätigkeit her gemacht hatte und danach das Studium begann) hatte eine spezifische Schwierigkeit im Umgang mit Jugendlichen, die ich mit ihr anschauen musste, da sich eine Jugendliche darüber beschwert hatte.

Nach aussen lief die Übung sehr gut. Ich ging mit dem Gefühl aus dem ca. einstündigen lösungsorientierten Coaching-Gespräch, dass der Konflikt in einer hoffnngsvollen Art und Weise bearbeitet worden war.

Ich hatte versucht, das was ich über lösungsorientiertes Arbeiten bei Therese Steiner und Kaspar Baeschlin die bei uns diese Methode eingeführt hatten bzw. die Supervision nach dieser Grundlage geleitet hatten, zu verbinden mit dieser “Back to the Future-Übung” Wie sich im Nachgespräch aber heraus stellte, war kaum etwas von der positiven Haltung gegenüber der Zukunft übrig geblieben. Es überwog bei ihr der Eindruck,”etwas falsch gemacht zu haben” und das Erschrecken darüber. Erst nachdem dieser Punkt für diesen Tag bearbeitet werden konnte, war die Sicht wieder frei für eine “gelingende Zukunft”.

Dabei habe ich gelernt, dass die Überzeugung in dieser Übung, dass Gegenwärtiges ( auch Fehlerhaftes) in eine erfolgreiche Zukunft überleiten kann, in Widerstreit geraten kann zu Überzeugungen des Coachee. Es lohnt sich, vor Beginn der Übung darauf hin zuweisen oder nach Abschluss der Übung darüber zu reflektieren.

30. 09. 2008

Ich füge jetzt noch was ein in diesen Beitrag und schaue mal, ob ich ihn dann “verschieben ” kann.

Kaum hat der Kurs angefangen, haben wir schon wieder Ferien.

In der heutigen Präsenzveranstaltung haben wir uns mit den u.a. mit den Kompetenzen befasst, die von Auszubildenden nach dem Schweizerischen Berufsbildungsgesetz erwartet werden. Der Kompetenzwürfel machte eindrücklich klar, welch hohen Stellenwert Sozial- und Methodenkompetenzen haben.

In meiner Arbeit im Romerhus in St. Gallen habe ich mit Jugendlichen zu tun, die noch die Schule besuchen, eine Anschlusslösung oder eine Lehrstelle suchen oder bereits in einer Ausbildung sind und wegen des Klinikaufenthalts ihre Ausbildung unterbrechen müssen. Gleichzeitig bilde ich pro Halbjahr zwei Fachhochschülerinnen aus, die ihre theroetische Ausbildung als SozialpädagogInnen an der Fachhochschule Rorschach machen und den praktischen Teil der Ausbildung bei uns. DAbei werden die Ausbildungsziele mit der Fachhochschule gemeinsam festgelegt. Auch in den Richtlinien dazu finden wir das bekannte Trio: Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz, wobei die Fachhochschule nochmals unterscheidet zwischen Selbstkompetenzen und Sozialkompetenzen, was im sozialen Breich auch Sinn macht.

Die Bearbeitung von Konflikten in der Ausbildung ist Teil der Gespräche im Rahmen der Bezugspersonenarbeit und der Ausbildung. Als hilfreich hat es sich für meine Arbeit erwiesen, wenn ich mit den Coachees in einem ersten Schritt kläre, wie es in dem spezfischen Konfliktfall mit der jeweiligen Verantwortungsübernahme aussieht. Es ist in der Regel hilfreich bis vergnüglich, herauszufinden, wer in einem Konfliktfall wie mit diesem Teil der Interaktion umgeht und mit ihnen eine Sensibilität dafür zu entwickeln. Verantwortung abgeben zu können im Gespräch und klären zu können, wer denn nun welchen Teil der Verantwortung für eine Situation übernimmt, ist meiner Erfahrung nach eine Voraussetzung für gelingende Klärungen.

Die beiden Übungen dazu stelle ich mal hier in meinen Blog. Vielleicht schaut Ihr Euch in den Ferien die Blogs ja an, dann kennt Ihr beim nächsten Mal den Ablauf schon, wenn wir praktisch üben. Das “Verantwortungsball”-spiel habe ich oft angewendet und es funktioniert auch zur Analyse von bereits geführten Gesprächen, von denen mir Jugendliche berichten, z.B. mit Lehrern, Ausbildern oder Eltern.

Vorbereitung auf den Mini-Input am 06. 10.2008

Aufgabe: Aktivierender Input für 15 Leute.

Das „Verantwortungsball“-Spiel

Spiel für je zwei Spieler und einen Beobachter, in unserem Fall sind es 5 Dreier-Gruppen. Zeit 10 Min.

Thema: Soziale Kompetenz und Methodenkompetenz

Dreistufige Übung, bei der Konfliktfähigkeit und Problemlösefähigkeit erfahren und trainiert werden.

Dabei ist es mein Anliegen, den Jugendlichen die Erfahrung zu vermitteln, dass man Konflikte miteinander haben darf und die Beziehung dabei erhalten bleiben kann. Misslingende Ablösungen vom Elternhaus oder Konflikte von SchülerInnen und Lehrpersonen lassen sich schnell daraufhin analysieren, ob die Jugendlichen auf ihrem Weg in Beziehung zu Erwachsenen sind oder nicht. (Theoretischer Hintergrund: „Bezogene Individuation“ Helm Stierlin)

Konflikte entstehen z.B. dann, wenn Verantwortung in einem setting unklar verteilt wird. In Gesprächen mit Jugendlichen läuft die Kommunikation öfter mal so, dass sie uns etwas mitteilen mit einem versteckten oder auch klaren Aufforderungscharakter. Wir – die Erwachsenen – sollen etwas tun.

Wir sollen sie z.B. motivieren, sollen wir ihre Sicht teilen, Klagemauer spielen, ihnen Vorschläge machen, sie bedauern und in der Rolle des Opfers bestätigen oder wir sollen für sie handeln. Ihr Anliegen wird bei uns „geparkt“.

Das sind aber alles keine guten Lösungen, die ihnen längerfristig helfen.

Es können aber gute Teilschritte für eine Lösung sein, sofern es uns gelingt, ihnen die Verantwortung im Gespräch zurück zu geben, ohne die unterstützende Beziehung abzubrechen.

Mein Ziel in der Arbeit mit Jugendlichen ist es, ihnen zu verdeutlichen, was sie schon selbst können und sie selbst zu befähigen, ihre Konflikte zu managen und selbst zu entscheiden, ob sie handeln möchten oder eine andere Lösung vorziehen, hinter der sie stehen können.

Eine einfache Vorübung hat sich hier gut bewährt, die hilft, Konfliktsituationen danach zu analysieren, wer die Verantwortung im Gespräch gerade trägt.

Übung: Man nehme: einen Ball oder ein zerknülltes Papier, (das findet sich ja überall) Los geht’s:

Zum Üben ist ein Dreier-Setting praktisch, dann ist ein Mitspieler Beobachter, in der Umsetzung mit Jugendlichen sind wir dann zu zweit.

Die beiden BallspielerInnen werfen sich den Ball zu mit einem Satz, der dem Spielpartner die Verantwortung zuspielt.

1. Phase: Wenn das noch ungewohnt ist, macht es zunächst ein Spieler alleine und der andere gibt den Ball einfach wieder zurück. Ist klar, wie man Verantwortung „zuspielt“, kann der andere Spieler üben.

2. Phase: Wissen beide wie das geht (bei Jugendlichen ca. nach je 7 Versuchen), wird bei jedem Ballwechsel dem andern die Verantwortung „zugespielt“.

Ziel ist es, möglichst viele Varianten zu erfinden, wie man das machen kann, auch fiese!.

Der Beobachter prüft, ob die Verantwortung auch tatsächlich abgegeben worden ist (verdeckt oder offen) und gibt allenfalls Hilfen: Es funktioniert dann gut, wenn man in der (sorry, ist ja nun nichts Neues…)Ich-Form Sätze sagt wie z.B.: ich möchte, dass Du………, sobald ein „wir“ auftaucht, ist die Verantwortung nicht abgegeben, sondern geteilt.

Der Beobachter prüft auch, ob der wohlwollende Kontakt und das Interesse der Ballspieler aneinander erhalten bleibt oder ob Verantwortungsabgabe mit einer “Beziehungsabsage” verbunden wird. (Das ist alleine Dein Ding, da habe ich nichts mehr damit zu tun..)

3. Phase: Bei Interesse kann diese Phase nochmals separat geübt werden: mit und ohne “Beziehungsabsage”.

Auswertung:

Die SpielerInnen sammeln die Varianten, die sie gefunden haben und teilen sich mit, wie sie die verschiedenen Varianten erlebt haben, vergleichen mit selbst erlebten Situationen. Wo entstand Ärger, wo war es lustig, wo war es klärend?

Kennen die Jugendlichen sich schon aus mit dem Verantwortungsballspiel und gibt es schon ein stabileres Vertrauensverhältnis, kann man eine zweite Möglichkeit nutzen, um mit Jugendlichen an Konfliktsituationen zu arbeiten:

Arbeit mit dem “Inneren Team( Schulz von Thun)

Verbunden mit einer möglichen zweiten Runde “äusseres Team” und einem “Orientierungs-Feedback”

Anwendungsmöglichkeit: Jugendlicher sucht unsern Rat wegen einer Konfliktsituation in der Hierarchie seines Betriebes.

Hier geht es um Coaching und um inhaltliche Orientierung

Übung für zwei SpielerInnen und einen Beobachter. Zeit für eine Runde: 10 Minuten und 5 Minuten Auswertung.

Wir üben mit einem überschaubaren Hierarchie-Konflikt.

In Konfliktsituationen haben wir – und natürlich auch die Jugendlichen – in der Regel einen inneren Dialog, in der verschiedene Haltungen gegeneinander antreten: Z.B.:

„Da sollte man doch mal auf den Tisch hauen, in diesem Saftladen“ steht gegen: „Das muss man eben schlucken, in diesem Betrieb läuft das eben so, da kann man nichts machen“.

Der Coachee kann selbst eine Lösung finden, wenn es ihm gelingt, die wichtigen inneren Stimmen „ausreden“ zu lassen und besser kennen zu lernen. Er oder sie übt sozusagen „innerpsychische Demokratie“.

Auswertungsfragen: Durfte jedes innere Teammitglied ausreden? Gab es eine innerpsychische Hierarchie? Gab es eine demokratische Lösung? Wie ging es uns als Coach?

Der Coachee stellt die „Gesprächsrunde“, die er oder sie anschauen möchte, mit kleinen Gegenständen nach. ( Büroklammern, Verschlüsse, Radiergummies usw.)

Jede innere Stimme wird charakterisiert und mit einem Symbol gekennzeichnet: ( Die blauäugig-Naive erhält z.B. ein blaues Auge, der zornige Anteil eine Faust usw.)

Es ist sehr hilfreich, den Jugendlichen anzubieten, dass bestimmte „Gäste“ dieser Runde nicht auftauchen müssen, wenn es für den Jugendlichen zu heikel wäre, diesem Gast in diesem Setting eine Stimme zu geben. Geheimnisse dem Coach gegenüber sind also angekündigt erlaubt! (Der Coachee kann dann für sich selbst das Gespräch zu einem andern Zeitpunkt weiterführen. Vorsicht Familiengeheimnisse! Triage-Angebot zu weiterführenden Stellen kann aus dem Gespräch resultieren)

Auswertungsfragen: Durfte jedes innere Teammitglied ausreden? Gab es eine innerpsychische Hierarchie? Gab es eine demokratische Lösung? Wie ging es uns als Coach?

Wenn wir mit Jugendlichen arbeiten, teilen wir ihnen vorher unsere Rolle mit:

  • Wir achten darauf, dass jedes der inneren Teammitglieder seinen Standpunkt mitteilen darf, achten darauf, dass wertschätzend geredet wird miteinander, dass Verantwortung an andere Anteile abgegeben wird unter Beibehaltung der wohlwollenden (dieses Mal innerpsychischen) Beziehung.
  • Wir sagen auch, dass wir ihnen mitteilen werden, ob die erarbeitete Lösung aus unserer Sicht realistisch ist oder ob unserer Meinung nach ein wichtiger innerer Mitspieler fehlt, z.B. der Spieler, der dem Jugendlichen eine Berechtigung für sein Erleben zuspricht oder eine warnende Stimme, die das Risiko bewusst macht.

So erhält der Coachee eine selbst erarbeitete Handlungsgrundlage und eine Sicht von aussen, die Orientierung bietet.

Da Jugendliche in einer solchen Situation aber auch Informationen fehlen, wie denn andere Leute einen solchen Konflikt angehen und wie das sonst so laufen kann in einem Betrieb, kann danach eine zweite Runde folgen:

Um Verhaltensweisen von Mitarbeitern für den Jugendlichen bewusst zu machen, werden dann Mitarbeiter in die „Gesprächsrunde“ geholt und unterhalten sich über diesen Konflikt (wieder dargestellt mit kleinen symbolischen Gegenständen). Der Jugendliche kann herausfinden, ob hier Ressourcen liegen für eine gute Lösung in diesem Betrieb, die er nutzen kann oder kann in Betracht ziehen, eine Lösung ausserhalb des Betriebes zu suchen.

Mal sehen, ob wir Zeit genug haben, die Übungen durchzuführen.

Die Beschäftigung mit dem Kompetenzwürfel wurde ja heute nochmal vertieft. Dabei habe ich festgestellt, dass die Unterscheidung zwischen den Begriffen Soft skills“, “sozialen Kompetenzen” und “Fertigkeiten” “”Kenntnissen” und “Kompetenzen” in meinem Kopft noch nicht wirklich trennscharf ist. Daran möchte ich arbeiten. Unser Lernjob, der Artikel üer Kompetenzen wird da ein Schritt sein. Auch dieses Thema erlebt gegenwärtig einen Boom und die Fülle der Artikel dazu ist gross.

Im zweiten Schritt möchte ich mal schauen, wie es denn dann mit der Vermittlung aussieht. Wie vermittle ich Kenntnisse und wie strukturiere ich Unterricht so, dass die Schüler Kompetenzen erwerben können und welche skills oder Fertigkeiten brauchen sie denn dazu?

Als ich mich diesen Sommer in die Ausbildungsgrundlagen für unsere FHS-Praktikanten eingearbeitet habe, sah ich mich einem dicken Skript der FHS gegenüber, einem gerade neu überarbeiteten ebenso dicken Skript unseres Kinderschutzzentrums, sowie den Protokollen aus den Projektsitzungen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass der Versuch, die Kompetenzen gut und genau zu erfassen die paradoxe Auswirkung hatten, dass die Zeit, die für den Menschen zur Vefügung stand, der hier ausgebildet werden sollte, weniger wurde

Am Ende der Berufspädagogik-Veranstaltung habe ich da hoffentlich ein Fundament für mich erarbeitet.

Wie sieht das dann für den PP-Unterricht aus und wie für den Fachhochschulbereich, wo ich ja unsere beiden Auszubildenden auch anhand eines Kompetenzbogens ausbilden und beurteilen muss. Ich denke, es wird eine interessante Arbeit werden, die mir einige Klarheit darüber ermöglichen wird, wie die Kompetenzen in einem Raster z.B. für den Bereich FMS, PMS, PH und FH  und praktische Ausbildung SP aussehen. In diesen Bereichen wird PP ja als Unterrichtsfach vermittelt.

Im Artikel, den Max ins Netz gestellt hat und dessen Autor ich gerade mit Google gefunden habe, ist die Aufgabe, der ich mich gegenüber sehe, ganz gut beschrieben:

“Die aktuelle Diskussion dreht sich zum einen um das Problem einer präzisen und praxisnahen
Definition des Begriffs Kompetenz mit dem Ziel, eine einheitliche Sprachregelung für seinen
Gebrauch zu finden, zum anderen wird von einer Reihe von Autoren eine Verbesserung der
theoretischen Basis zur Erklärung von Kompetenzerwerb und Kompetenzentwicklung
angestrebt sowie eine Methodik zur Erfassung von Kompetenzen gesucht.” ( S. 43)

Dann wäre die Anschlussfrage, welche Kenntnisse denn Jugendlichen betreffend “kompetente Lebensführung, Gesundheitsvorsorge” vermittelt werden sollten und wie das aussehen kann.Das ist ja offenbar das praktische Interesse von Jugendlichen an dem Unterrichtsfach PP.

Ich stelle mir also vor, dass ich am Ende des Kurses ein Kompetenzraster vor mir habe für diese verschiedenen Bereiche und denke an den Rückblick aus der Zukunft, in der das dann schon Realität ist.

Schon eine Grippe-Welle? Heute war unsere Gruppe um einiges geschrumpft. Gerade sieben Leute waren wir noch, was ich zwischen luxuriös und merkwürdig finde.

Max begann mit einem Film als Einstieg. Das Konzept der Berufsschule in Zug und die  Schule, im Berner Oberland, die er uns vorstellte, erweckten Neugierde. Parallel lief bei mir im Kopf der Rückblick auf unsern Lernplan, einige Ungereimtheiten wurden verständlich: Wir hatten z.B. Mühe, den Überblick über die abgegebenen Lernjobs zu haben und hatten kein Raster vorbereitet, in das die Schüler ihre jobs hätten eintragen können. Dieser Fehler hat sich in Form von reichlich Nachkontrollarbeit gerächt.

Auch hatten wir z.B. keine Kriterien dafür formuliert, wie die einzelnen Lernjobs auszuführen waren, da wir noch gar nicht wussten, wie die Schüler auf die Lernjobs reagieren würden und mit welchen kreativen Ideen sie darauf anworten würden. Hinterher merkten wir, dass einige SchülerInnen sehr intensiv gearbeitet hatten und einige wenige sich nur sehr rudimentär mit den Fragestellunge befasst hatten. Wie man das nun aber korrekt in Notengebung übersetzt, bleibt mir noch ein Geheimnis.

Da wir am Ausstellungs-Marktplatz zum Schluss dieser Lernphase von 6 Wochen ein gegenseitiges Bewertungsmodell der SchülerInnen untereinander geplant hatten, sind wir nun gespannt, wie die Bewertungen ausgefallen sind, für die die SchülerInnen keine Anhaltspunkte erhalten haben von uns ausser, dass der Inhalt verständlich dargestellt sein sollte, dass das Plakat gut lesbar und geeignet für einen Marktpatz sein sollte und dass der Inhalt sachlich korrekt sein musste.

Da die Vorbereitung für diesen Lernpan ohnehin schon sehr, sehr viel Zeit in Anspruch nahm, blieben wir bei diesem Mal auf dieser Stufe stehen, obwohl wir wussten, dass eigentlich noch eine ganze Reihe von Schritten notwendig gewesen wären, um griffige Kriterien zu erarbeiten und sinnnvolle Rubrics zu erstellen.

Doch zurück zur Veranstaltung bei Max.

Die Lernkarten, die er uns mitgebracht hat, sind interessant zum Durchblättern. Es gibt welche von Ralf Besser und sie heissen “besser wie gut” , wobei sich sofort mein innerer grammatikalischer Besserwisser mit schmerzverzerrtem Gesicht meldet: Es heisst natürlich “besser als gut”. Wie schade, dass so – doch ich muss es sagen – schlampig mit der Sprache umgegangen wird.

Die Karten von Andreas Müller und Roland Noirjean heissen “Lernerfolg ist lernbar” und bieten “22×33 handfeste Möglichkeiten, Freude am Verstehen zu kriegen”.

Das Wissen wird nun also in kleine Schritte unterteilt. Das ist sicherlich für sehr Vieles sinnvoll und schafft Übersicht und Sicherheit. Ist nun ja aber auch nicht so neu. Wenn man z.B. ans Handwerk denkt, dann ist dieses Vorgehen schon immer so gewesen. Man lernt zuerst sägen und hobeln, wenn man ein Schreiner ist, lernt Schritt für Schritt die Fertigkeiten, die es braucht, um Möbel bauen zu können und dann baut man sie eben.

Mir ist noch nicht klar, ob dieses Einteilen in Taxonomien und Kompetenzraster für alle Arten von Wissen möglich ist. Wie würde man z.B. eine philosophische Theorie mit solchen kleinen Schritten darstellen? Da bleibt für mich ein Überprüfungsprozess übrig, der vermutlichh die nächsten Jahre anhalten wird. Da würde mich auch Eure Meinung interessieren, vielleicht finde ich dazu ja mal einen Kommentar von Euch. Fänd ich noch gut.

Das mal für heute. lieben Gruss an meine LeserInnen Lilo

Der Einstieg mit der Decke war interessant. Wichtig war, dass wir uns als Team nicht zu lange beim “Nicht-funktionieren” aufhielten, als wir merkten, dass es im ersten Versuch nicht klappte. “Mal kurz zur Seite treten und dann nochmal anders anfangen” hat dann zum Ziel geführt.

Wenn ich mir unsere Überlegungen zu den nötigen Kompetenzen von Auszubildenden heute so anschaue, dann fehlt für mich eine zentrale Kompetenz: Der Umgang mit Machtmenschen und ihrem autoritären und demütigenden Verhalten. Ich kenne keinen Lehrling, der sich nicht damit herumschlagen muss, sich mit antidemokratischem Verhalten und Machtgebaren von Chefs und vorgesetzten Mitarbeitern auseinander zu setzen. Die Berufswelt über die wir sprechen, scheint in unserem BP-Modul bisher wirklich demokratisch zu sein, Konfliktlösungskompetenzen erscheinen zwar auf einem Kompetenzwürfel, aber wie Konflikte für Lehrlinge laufen, war bisher noch nicht Thema. Vielleicht kommt das ja noch wenn wir beim Thema Coaching und Kommunikation sind.

Nun ist es eher Realität, dass Auszubildende und leider auch ArbeitnehmerInnen ziemlich viel schlucken müssen und öfter mal darauf angewiesen sind, den Mund zu halten, um ihre Stelle nicht zu verlieren. Das ist zwar weder modern noch demokratisch, entspricht aber in vielen Fällen der Realität der Arbeitswelt. In Zürich gibt es die Beratungsstelle Kabel für Lehrlinge, die solche und ähnliche Probleme haben. Es würde mich interessieren, welche Erfahrungen Ihr damit in Euren Berufsschul-Klassen habt. Erzählen Auszubildende darüber? Und was brauchen sie dann von uns Lehrkräften?

Der Film über Skandinavische Schulverhältnisse zeigte klar auf, wie Lernen Spass machen kann und Leistung mit solcherlei Spass verbunden werden kann. Nach dem Film war ich beeindruckt und dachte, ich sollte doch mal hin fahren und auch: wieso wird der Film nicht beim grossen Jubiläumsfest der PHTG gezeigt?

Die Filme, die wir uns angeschaut haben, zeigen, dass die Arbeit selbst Freude macht und auch das Lernen auf dem Weg dahin, sofern man es richtig macht und dann erst die richtig guten Ergebnisse rauskommen.

Was nun aber, wenn Lernen keinen Spass macht, man keinen Lernerfolg hat, etwas einfach nicht kann? Wie wird dann eigentlich Lernunwille oder Schulversagen oder Arbeitslosigkeit angeschaut? Ist das dann persönliches Versagen, weil man eben die “richtigen” Kompetenzen nicht entwickelt hat?

Konnte man früher wenigstens noch auf die Lehrer schimpfen, die keinen guten Unterricht machen, konnte man sich über seinen Chef aufregen und eventuell auch etwas erreichen, wenn man zusammen für etwas eintrat, so verlagert sich die Verantwortung für das persönliche Glücksempfinden mehr und mehr in den individuellen Bereich.Es ist dann ein Versagen, wenn man kein Glück beim Lernen empfindet und nicht “happy” mit seiner Arbeit ist.

Ein Einschub: schaut man sich die Entwicklung der Arbeit an seit BEginn des Industrizeitalters und der Freude in Zusammenhang mit der Arbeit, so wurde bisher nie darum herum geredet, dass Arbeit erstmal anstrengend ist und Mühe und auch müde macht. Das hben nicht einmal die Natinoalsozialisten bestritten, die zum ersten Mal die Freizeit betonten, damit “Kraft durch Freude” entsteht und dann wieder mehr Kraft für die Arbeit zur Verfügung standen. Die Idee, dass nun die Arbeit selbst als Quelle des Glücks zur Verfügung steht geht weit darüber hinaus. Das ist einerseits Chance, andererseits eine grössere Vereinnahmung von ArbeitnehmerInnen, wenn es von Arbeitgebern als Leistung verlangt wird. Wer nicht glücklich ist bei seiner Arbeit, hat nicht nur Pech gehabt, sondern ist jetzt zudem noch inkompetent!

Der Film über die Arbeit bei Google inszeniert uns so eine glückliche Arbeitswelt.Und ich frage mich, wie ich selbst wohl den Film bei Google gedreht hätte. Hätte ich da die Frauen z.B. gefragt, wie sie ihre Kinder betreuen können in dieser schönen Arbeitswelt, in der man so viele entspannende und schöne Dinge geniessen kann, dass die Frage nach dem 8-Stundentag schon fast ehrenrührig wirkt. Bleibt diese schöne neue Arbeitwelt für Mütter und Väter “geschlossen”, wiel die sich nach ihrer Arbeit mit ihren Kindern beschäftigen wollen? Ist das nicht eine Single-Welt, in der man für die Arbeit lebt, seine Beziehungen auch dort hat und kein Modell für eine funktionierende Gesellschaft in der auch Kinder gross werden können?

Ein Einschub: Die eigene Verantwortung für das persönliche Glück zu betonen erscheint mir einerseits richtig und ein guter Ansporn, andererseits erscheint es mir eine weitere Fortsetzung der protestantischen/ reformierten Geistes zu sein, der keine Vergebung durch einen Priester mehr zulässt, sondern der alle Verantwortung beim Einzelnen sieht. Diese Tendenz gefällt mir nicht.

Damit könnte man z.B. jede gewerkschaftliche Orientierung ablehnen, weil es ja in der Verantwortung des Einzelnen liegt, immer das Beste aus allem zu machen. Wo tauchen denn noch so “altmodische” Begriffe auf wie “Solidarität”, wo gibt es denn noch einen “Betriebsrat”? Wo lernt man noch, sich für ein “Kollektiv” einzusetzen, wo doch jeder so sehr für sich und seine kompletten Kompetenzen zuständig sein soll? Mir fehlen darauf Antworten in den Filmen der neuen Schulen, die wir jetzt sehen konnten. Eine allzu glatte Welt wird mir hier präsentiert. Wäre es heute überhaupt noch denkbar, dass sich ein Einzelner für die Belange anderer einsetzt?  Wäre er nicht sofort unter Verdacht ” sich nicht abgrenzen zu können oder andere Anliegen zu seinen eigenen zu machen und damit imkompetent”?

Mein Fazit: Die Kompetenzen auf dem Würfel sind praktisch für Arbeitgeber, für Arbeitnehmer fehlen hier einige zentrale Überlebenskomopetenzen für den Arbeitsalltag.

Mir ist ob dieser Fragen gerade meine Begeisterung für unsere neue Lernwelt abhanden gekommen und ich überlege mir, ob es nicht eventuell eine ideologische Tünche ist, die über die alte Lern – und Arbeitswelt mit Angst vor Prüfungen, später dann Existenzsorgen und Angst um Jobverlust, mal eben farbenfroh drüber getüncht wurde. Mir ist klar, dass ich hier nicht gerade zeitgeistPHkonform denke und schliesse etwas irritiert meinen Blog für heute.

11. Januar

Da ich am letzten Dienstag nicht da sein konnte, mache ich mir in meinem Blog ein paar Gedanken zu dem Lernjob, den wir entwerfen. Beim Erstellen fällt auf, dass sich das Vorgehen unterscheidet von den Methoden, die wir bisher in der AD gelernt haben und die wir uns selbst überlegt haben.

Vergleich Unterrichtsplanung in der AD und in der Berufspädagogik

In der Allgemeinen Didaktik-Veranstaltung konnten wir unser eigenes Unterrichts-Planungs- und Vorbereitungsmodell  kreieren. Darin enthalten war natürlich auch das Entwerfen von Lernaufträgen. In unserem Entwurf, den wir “Planetenmodell” nannten, war ein wichtiger Schritt das Klären der jeweiligen Kompetenz, die im Mittelpunkt stand (daher Planetenmodell: wir stellten uns die Frage, welcher Planet bzw. welches Planungsfeld im Mittelpunkt steht. Es konnte entweder die Methode sein oder die Sozialform oder die Präsentationstechnik oder der Umgang mit einem speziellen Medium usw.eine oder mehrere Kompetenzen eben) In der Pädagoischen Maturitätsschule wird zur Unterrichtsplanung das Raster von Teml benutzt, der die Schüleraktivitäten in den Mittelpunkt stellt, aber nicht nach den verschiedenen Kompetenzen fragt. Wie bei dieser Planungshilfe die Lernaufträge formuliert und gestaltet werden, ist jeder Lehrkraft selbst überlassen. Die Kompetenzen werden hier sozusagen “automatisch” erworben bei der Tätigkeit, die im Raster formuliert ist.

Unterrichtsplanung nach Teml

Bei Teml und auch bei unserem Planetenmodell war als Vorarbeit eine didaktische Analyse anzufertigen, bei der die Voraussetzungen für das Lernen geklärt wurden. Diese Vorarbeit halte ich weiter für sinnvoll. Die Erstellung eines Lernjobs, so wie es . Andreas Müller vorschlägt, soll mir dabei helfen, die Einzelheiten der Lernaufgabe genauer anzuschauen, die mir bei dem bisherigen Vorgehen vielleicht entgangen sind oder einfach Wunschvorstellung einer Lehrkraft geblieben sind.

Das Lernjob-Raster von Andreas Müller

Diese Vorlage verführt dazu, für alle Schüler den gleichen Lernjob zu entwerfen und mir stellt sich als Erstes die Frage, wie ich den unterschiedlichen Lernwegen der Schüler gerecht werden kann. Aus dem Wunsch, nun mal die Vorlage richtig auszufüllen, ergibt sich sowas wie ein Automatismus. Und: je kleiner der Lernschritt, desto einfacher das Ausfüllen des Formulars. Es wird bei den Kriterien dieser Vorlage nicht nach “Differenzierung” gefragt, was man ja aber hinzufügen könnte. Also eigentlich passt diese Vorlage auch sehr gut in ein völlig starres Lehrkonzept, das mit Lernposten arbeitet, also keineswegs sehr selbstbestimmt wäre. Die Wahl des Mediums, die Wahl der Reihenfolge und auch das Einfügen von differenzierten und eventuell selbstbestimmten Lernzielen ist eine Möglichkeit, diese Faktoren wieder in den Lernjobentwurf einzubeziehen.

Man könnte zum Beispiel SchülerInnen dieses Raster zur Planung selbstbestimmter Lernjobs zur Verfügung stellen.

Die grafische Gestaltung finde ich praktisch für den Entwurf, aber für die Arbeit mit den SchülerInnen gefällt er mir nicht sehr. Das ist mir zu eintönig . Allerdings ist das ja auch jeder Lehrkraft selbst überlassen, den Entwurf grafisch anders zu gestalten Ich habe bei meinem “Lernjob” die Möglichkeit gewählt, selbst gestaltete “Lernaufträge” in das Layout einzufügen.

Was mir bei der Lernjob- Vorlage gut gefällt, ist die Gliederung, die auf einfache Weise alle Kompetenzfelder abfragt. Das hat mir bei Teml gefehlt und daher hatten wir im Planetenmodell versucht, die Kompetenzfelder abzufragen. Das Raster von Müller lässt sich gut in meinen Unterrichtsplanungsentwurf einfügen und mit ihm zusammen benutzen.

Wie läuft jetzt eine Unterrichtsvorbereitung?

Also dann käme in meiner Unterrichtsplanung zuerst die didaktische Analyse, dann die Grob- und Feinzielbestimmung der Unterrichtsinhalte, dann die Überlegung zum Unterrichtssetting und den Methoden, die gelernt werden sollen, sowie den Sozialformen, die ich wichtig finde, dann käme die Formulierung der einzelnen Lernjobs und die Möglichkeit, dass SchülerInnen selbständig Lernjobs nach dem Raster formulieren.

Lehrerinput bei Müller?

Die Rolle des Lehrerinputs ist mir noch nicht klar bei diesem Vorgehen. Ist der nun nicht mehr vorgesehen? Und wo ist der Planungsort, an dem SchülerInnen partizipieren?Ich nehme an, dass es in der Planung von Andreas Müller diese von mir gerade erwähnten Vorstufen auch gibt und Partizipation stattfindet.  Mich interessiert, wie dort die Planungsschritte  aussehen. Da frag ich mal den Max.

Ergebnis des Vergleichs

Nachdem ich nun die Formulierung eines Lernjobs mit dem Raster von Müller ausprobiert habe, den ich vorher schon in einer Klasse als „konventionellen Lernauftrag“ ausprobiert hatte, stelle ich fest, dass ich bei der Formulierung, die ich im Unterricht gewählt hatte, die Zwischenschritte und Beurteilungskriterien zwar alle im Kopf hatte und als Messlatte anlegte für die Beurteilung der Ergebnisse, sie aber nicht offen und transparent für die Schüler formuliert hatte.Ich stelle weiterhin fest, dass ich bei der Fomulierung des Lernjobs den SchülerInnen mitteilen muss, warum ich meine, dass sie die einzelnen Schritte machen sollen. Das unterbleibt bei der herkömmlichen Methode und ist hier ein Vorteil. So können die Schüler bei meinem Beispiel von Bronfenbrenner ganz klar sehen, dass keine Einschätzung eines Konzepts möglich ist, wenn sie die Fakten und Begrifflichkeiten nicht verstanden haben. Das hat sich für mich ganz schlüssig bei der Erstellung des Kompetenzrasters ergeben.

Die Frage bleibt, wie man die verschiedenen Lernjobs eines Unterrichts alle in überschaubarer Zeit formulieren kann. Das erscheint mir aus jetziger Sicht noch kaum möglich. Ich bin gespannt auf die andern Lernjobs. Vor allem bei den Überlegungen zur Bewertung und beim Versuch des Beurteilungsrasters fühle ich mich als „bloody beginner“

bis nächsten Dienstag

Lilo

Wie komme ich zur richtigen Reihenfolge? (ok. es hat geklappt jetzt: Nachtrag vom 1 2. 09)

Gerade habe ich nochmal versucht, die Reihenfolge der Blogeinträge zu ändern und finde die Funktion nicht mehr, bei der man das vorher immer anklicken konnte. Falls jemand von Euch weiss, wie ich das jetzt machen kann, bitte teilt es mir mit. Man konnte doch im alten Layout anklicken, ob der neueste Artikel immer zuerst gezeigt werden soll.

Die Lernjobs von heute

Die Lernjobs, die heute vorgestelle wurden, waren alle interessant und gut gemacht. Die Idee, die Berechnung des exponentiellen Wachstums mit dem Biologiethema zu verknüpfen fand ich besonders gelungen. Schade, dass mir dann die Zeit fehlte, Nadja und Klaus zu den beiden Lernjobs noch Fragen zu stellen. Mir wird so langsam klar, wie das Lernen in einer Lernumgebung aussehen kann. Was mir als Frage bleibt, ist die Funktion der Lehrkraft in diesem Setting. In meiner Praktikumsklasse, die aus SchülerInnen besteht, die auch zu Wettkämpfen und zu Trainingslagern fahren und weniger Präsenzpflicht haben, war es eine Notwendigkeit, die Materialien so zu gestalten, dass die SchülerInnen sie selbständig, auch von andern Orten aus, bearbeiten konnten. Daher stellte ich alle Unterlagen auf Ilias und fügte die Lernaufträge in die Powerpointpräsentationen ein. Die SchülerInnen selbst fanden das aber eher mühsam und bevorzugten eindeutig ihren gewohnten Unterricht.

Powerpoint mal anders

Durch diese “Ortsunabhängigkeit” bekam auch Powerpoint einen andern Charakter. Dient eine Folie sonst eher dazu, dass man sie im Vortrag erläutert und sie lediglich Stichworte liefert, musste ich nun Folien herstellen, die genügend Informationen enthielten, um auch ohne Vortrag verständlich zu sein. Um sie auch zum Vortrag gebrauchen zu können, waren manchmal zu einem Inhaltlichen Punkt zwei Folien notwendig, eine für den Vortrag mit Bildern und wenig Text und eine weitere mit mehr Text für die Nacharbeit.  ( Und nun plage ich mich mit der Frage, wie ich diese Beispielfolien hier hochladen kann…wenn ich die Folien als Word-Datei abspeichern will, geht meine Formatierung kaputt..)

Die Kommunikation lief zum Teil über Mails. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Routine mit E-learning gewünscht, denn die Mails wären ja schliesslich für die andern Schüler interssant gewesen. Bei den Präsenzveranstaltungen sagten die SchülerInnen sehr deutlich, dass sie dann “normalen” Unterricht wollten und nicht wieder individuelle Aufträgen bearbeiten. Die Idee des selbständigen “Lernplanlernens”, nach der sie in den drei Monaten davor gearbeitet hatten, war ihnen deutlich verleidet.

Was schätzen SchülerInnen beim Frontalunterricht?

Ich habe mich bei dieser Erfahrung gefragt, was die SchülerInnen brauchen von Lehrkräften. Anleitung zum Selbstlernen? o.k. damit haben wir uns nun oft beschäftigt. Aber was ist es, das sie am Frontalunterricht schätzen? Oder andersherum gefragt, was vermissen sie denn genau, wenn ich nicht vorne stehe und den Stoff “zelebriere” mit genügend ( 30%) Eigenaktivität? Eine Antwort, die ich darauf gefunden habe, ist der emotionale Bezug der Lehrkraft zum Stoff, der im Lehrkraft-Input deutlich erfahrbar wird und das Lernen der Schüler auf dieser Ebene. Deutlicher: Beim Stoffinput erlernen die SchülerInnen nicht nur die Inhalte, sondern sie erleben die emotionale Haltung der Lehrkraft zum Stoff und vollziehen sie (wenn sie interessiert sind) auch nach, so jedenfalls läuft ja die Sache mit den Spiegelneuronen .Und diese Haltung begünstigt dann auch das selbständige Lernen, das daran anschliessen kann. Ich denke, dass dies der Grund war, warum unsere SchülerInnen im “Lernplan-Lernen” zum Teil sehr gefrustet waren.

Die Spiegelneuronen der SchülerInnen können also aktiv werden beim Erlernen des Stoffs, wenn sie meinem Unterricht folgen. Mir fiel dabei ein, dass die emotionale Haltung meiner Lehrkräfte von früher mir viel deutlicher in Erinnerung ist als der Stoffinhalt. Und diese Haltung hat meinen eigenen Bezug zum Inhalt bis heute geprägt. Das gibt mir zu denken. Beim Recherchieren zu diesem Thema habe ich auch interessante Links gefunden, die aus meiner Sicht Argumente für einen Unterricht liefern, bei dem die Lehrkraft eine wichtige Rolle spielt bei der Stoffvermittlung.

Mein Fazit:

Für’s Erste ziehe ich folgendes Fazit: Wenn SchülerInnen eine bestimmte Unterrichtsform bevorzugen, kann es den Grund haben, dass ihnen eine andere noch nicht vertraut ist oder ich kenne vielleicht ihre guten Gründe nicht, warum sie die gewohnte Form bevorzugen. Ich werde also auf jeden Fall darauf achten, genügend “emotionalen Boden” zu geben, bevor SchülerInnen in meinem Unterricht in die Selbständigkeit starten.

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